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BUND: Kohleabbau geht auch mit Wald - RWE widerspricht

Der Umwelt- und Naturschutzbund BUND äußert neue Vorwürfe gegen RWE: Neue Studien würden belegen, dass im Hambacher Forst keine weiteren Bäume fallen müssten, um den Tagebau bis zu seinem geregelten Auslaufen weiterzubetreiben.


Dass die Kohleförderung vor Ort aktuell rückläufig sei, wäre durch die Stilllegung alter Blöcke von vorne herein geplant gewesen, so BUND-Vorsitzender Hubert Weiger. Das jetzt in Verbindung mit dem Rodungsstopp zu bringen, sei der Versuch, die RWE-Mitarbeiter gegen die Umweltschützer aufzustacheln.

Außerdem sei auch die Behauptung, der Hambacher Forst müsse so oder so weichen, weil sonst keine Rekultivierung des Tagebaus möglich sei, wäre gelogen, so der BUND. RWE und die Landesregierung müssten endlich anfangen, sich auf den Kohleausstieg einzustellen.

Wichtig sei auch, dass schnellstmöglich sozialverträgliche Lösungen für die Beschäftigung vor Ort gefunden würden, so die Umweltorganisation.

RWE selbst widerspricht den Aussagen vom BUND. Der Konzern hat dazu folgende Pressemitteilung veröffentlich:

BUND und Öko-Institut machen mit der Studie gezielt Stimmung gegen die Braunkohle und konkret gegen den Tagebau Hambach. Es ist allzu offensichtlich, dass die ohnehin aufgeheizte Debatte weiter befeuert wird. Inhaltlich bietet das Papier null Substanz. Im Gegenteil: Es wird auf Basis falscher Tatsachen agiert. Das ist bedauerlich.

Besonders zu kritisieren sind folgende Aussagen:

(1) BUND-Behauptung: Die Verstromung des Braunkohlevorrats würde das für Deutschland zur Verfügung stehende Emissionsbudget unter dem Paris-Abkommen aufbrauchen.

Falsch! Das Paris-Abkommen sieht keine Verteilung des globalen Budgets auf Nationalstaaten vor. Dies gilt erst recht für die Herleitung eines Budgets für die Kohle. Das Öko-Institut verwendet zudem eine fragwürdige Methodik, nur um die Lasten des Klimaschutzes einseitig auf die Braunkohle abzuladen.

(2) BUND: Geplante Abbaumengen des Tagebaus Hambach sind nicht mit dem Paris-Abkommen vereinbar.

Dass der Tagebau Hambach als Folge aus dem Pariser Klimaschutzabkommen seine Produktion einschränken müsste, ist falsch. Denn aus dem Paris-Abkommen lassen sich keine Minderungsziele für die Emissionen des Sektors Energiewirtschaft oder gar einzelner Kohlekraftwerke oder Tagebau ableiten. Das relevante Instrument ist das EU-ETS.

(3) BUND: Die geplanten Abbaumengen sind mit den Klimaschutzzielen der Bundesregierung nicht kompatibel.

Die Ziele der Bundesregierung sind im Klimaschutzplan 2050 dokumentiert.

Es gibt dort keine Vorfestlegung, dass Kohlekraftwerksbetreiber, und im speziellen Braunkohlekraftwerks- und Tagebaubetreiber, einseitig und überproportional zum Klimaschutzziel 2030 beitragen müssten.

Es ist vielmehr so, dass die Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" derzeit ein Konzept, wie das Ziel 2030 für die Energiewirtschaft erreicht werden soll.

Das Öko-Institut greift in unzulässiger Weise den Ergebnissen der Kommission vor.

Mit unserem Fahrlplan zur CO2-Minderung leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele der Bundesregierung.

(4) BUND: Der Hambacher Forst kann erhalten bleiben.

Nein, das ist nicht möglich, vor allem weil nach Ende des Tagebaus dauerhaft stabile Böschungen für den Tagebausee angelegt werden müssen. Die brauchen eine bestimmte Generalneigung, die nur mit den Erdmassen aus dem Vorfeld des Tagebaus hergestellt werden können. Woher sollten die notwendigen großen Mengen sonst kommen? 

- Nachricht vom 23.10.2018, VKO/MEN - 


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