Sündenwäldchen bei Kerpen-Manheim geräumt

Das Sündenwäldchen bei Kerpen-Manheim ist geräumt. Die Polizei hat 18 Personen aus dem Gebiet begleitet und danach haben RWE-Mitarbeiter alles gerodet. Vor der Polizeiwache hält sich seit der Nacht eine kleine Mahnwache.

Sündenwäldchen bei Kerpen-Manheim offenbar geräumt

Das Sündenwäldchen bei Kerpen-Manheim-alt ist geräumt. Die Polizei hat am Dienstagabend auch die letzten Braunkohle-Gegner aus den Bäumen geholt. Knapp 20 Aktivisten hatten das Waldstück am Tagebau Hambach besetzt, um den Energiekonzern RWE an der Rodung zu hindern. Die Polizei war den ganzen Tag mit zahlreichen Kräften im Einsatz, unter anderem mit Höhenrettern. Am frühen Dienstagmorgen musste auch die Feuerwehr aktiv werden, nachdem Unbekannte mehrere Reifen auf der ehemaligen Landstraße in Richtung Buir angezündet hatten. Kurze Zeit später sorgte ein vermeintlicher Sprengstofffund für Aufregung, allerdings handelte es sich dabei nur um ungefährliche Attrappen.

RWE schaffte dann schnell Fakten

Sobald das Gebiet frei war von Baumbesetzern, rückte RWE mit schwerem Gerät an, um die Bäume und Sträucher abzuholzen. Man habe die Rodungen doch noch abschließen können, erklärte ein Unternehmenssprecher. Jetzt wird es aber noch einige Zeit dauern, bis die Bagger den Bereich bergbaulich in Anspruch nehmen. Denn laut RWE stehen vorher noch die üblichen Schritte im Vorfeld eines Tagebaus an, wie zum Beispiel archäologische Untersuchungen.

Eine kleine Gruppe hält seit Stunden eine Mahnwache vor dem Polizeigebäude in Bergheim. Die zwei bis zehn Leute wollen sich solidarisch zeigen mit den Besetzern, die die Polizei aus Sündenwäldchen herausgeholt und in Gewahrsam genommen hatte. Insgesamt hatten 18 Leute das Waldstück am Tagebau Hambach besetzt. Die meisten von ihnen bekamen danach eine Strafanzeige - unter anderem wegen möglichem Hausfriedensbruch und versuchter gefährlicher Körperverletzung. Derzeit sind noch vier in Gewahrsam.

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