Hürth beschließt sozial gestaffelte iPad-Finanzierung
Veröffentlicht: Freitag, 16.01.2026 12:37
In Hürth hat der Bildungsausschuss eine wegweisende Entscheidung getroffen: Die Einführung von iPads für die 9. Klassen an weiterführenden Schulen soll durch eine sozial gestaffelte Finanzierung ermöglicht werden. Doch nicht alle Parteien sind mit dem Modell einverstanden – und auch der Zeitpunkt sorgt für Diskussionen.

Sozial gestaffelte Finanzierung sorgt für Diskussionen
Der Bildungsausschuss in Hürth hat in dieser Woche über die Einführung von iPads für die 9. Klassen an weiterführenden Schulen beraten. Dabei wurde ein Modell beschlossen, bei dem Eltern die Geräte grundsätzlich selbst anschaffen, jedoch von der Stadt Zuschüsse erhalten. Der Regelsatz für die Unterstützung liegt bei der Hälfte der Kosten, abhängig von der Einkommens- und Familiensituation ist auch eine vollständige Übernahme möglich.
Mit den Stimmen von CDU und Grünen wurde die sozial gestaffelte Finanzierung durch die Eltern beschlossen. Für die beiden Parteien ist ein entscheidender Vorteil des Modells, dass die iPads auch privat genutzt werden können. Digitale Bildung ende nicht mit dem Unterricht, so die Argumentation. Die Geräte könnten auch in der Freizeit und während der Berufsausbildung sinnvoll eingesetzt werden.
Die SPD hingegen lehnt das Modell ab. Sie kritisiert, dass die Finanzierung durch die Eltern grundsätzlich falsch sei. Aus ihrer Sicht sollte die Stadt die iPads bereitstellen, ohne die Eltern finanziell zu belasten. Zudem sieht die SPD den Zeitpunkt in Klasse 9 kritisch, da einige Schülerinnen und Schüler dann nur noch ein Jahr in der Schule seien. Die Partei hatte stattdessen eine Ausstattung ab Klasse 7 vorgeschlagen, bei der jedes Kind ein eigenes Gerät erhält – ohne Elternbeteiligung.
Die Schulen in Hürth entscheiden selbst, ob sie das neue Modell ab dem kommenden Schuljahr umsetzen. Falls sie sich dagegen entscheiden, wird die Stadt dort ein Gerät für jeweils zwei Schülerinnen oder Schüler zur Verfügung stellen.


