Unions erster Eta-Punkt: Rettung nach Remis gegen Köln nah
Veröffentlicht: Samstag, 02.05.2026 17:39

Fußball-Bundesliga
Berlin (dpa) - Livan Burcu hat den 1. FC Union Berlin vor der dritten Niederlage unter Interimstrainerin Marie-Louise Eta bewahrt und sein Team dem Klassenerhalt ganz nah gebracht. Durch den späten Treffer des Offensivspielers in der 89. Minute holten die Eisernen gegen den 1. FC Köln noch ein 2:2 (1:0)-Unentschieden und können schon am Sonntag auf dem Sofa den Verbleib in der Fußball-Bundesliga feiern.
Auch die Kölner sind der Rettung durch das Remis sehr nah, hätten aber angesichts der 2:0-Führung sogar einen noch größeren Schritt zum Klassenerhalt machen können.
Said El Mala hatte die Geißböcke mit zwei ganz cleveren Aktionen vermeintlich auf die Siegerstraße gebracht. Der 19 Jahre alte Angreifer bereitete den ersten Treffer durch Marius Bülter (33. Minute) mit einem klugen Laufweg aus einer Abseitsposition vor. Das zweite Tor (61.) erzielte er vor 22.011 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei selbst. Union konnte durch den Treffer von Tom Rothe (73.) aber noch verkürzen. Und dann traf Burcu zum ersten Mal in der Bundesliga.
Sofa-Rettung am Sonntag möglich
Nun wartet auf beide Teams ein Sofa-Sonntag. Während die Berliner fix gerettet sind, wenn St. Pauli gegen den FSV Mainz 05 verliert und der VfL Wolfsburg beim SC Freiburg nicht gewinnt, könnte auch für die Kölner wegen ihrer ordentlichen Tordifferenz dann fast alles klar sein.
Abstiegskampf hat auch etwas mit Angst zu tun. So hatten sie Sorge bei Union, dass Ersatz-Ersatz-Torwart Carl Klaus bei seinem notgedrungenen Startelf-Debüt ein Risikofaktor sein könnte. Stadionsprecher Christian Arbeit bat vor dem Anpfiff alle Fans um Unterstützung für den 32-Jährigen. Klaus war aber cool. Gegen Jakub Kaminski (41.) bewahrte er die Eisernen mit einer Fußabwehr vor einem höheren Rückstand. Die Gegentore konnte er nicht verhindern.
Abstiegskampf hat auch etwas mit Taktieren und Lamentieren zu tun. Zu letzterem sahen sich die Unioner massiv nach dem Kölner Führungstor veranlasst. Hatte Junioren-Nationalspieler El Mala in klarer Abseitsposition mit seinem Sprint Richtung Ball aktiv ins Spiel eingegriffen? Assistent Stefan Lupp hob die Fahne, doch Schlager ließ weiterspielen, Bülter schoss sehenswert ein. Fußball ist in diesen Zeiten oft auch Interpretationssache.
Waldschmidt lässt große Chance liegen
Wenig Spielraum gab es bei der Chance für Luca Waldschmidt. Die hätte das zweite Kölner Tor bringen müssen. Nach der Klaus-Parade gegen Kaminski hätte der Offensivmann nur noch ins leere Tor einschieben müssen, doch Diogo Leite verhinderte mit einer Alles-oder-Nichts-Grätsche das 2:0.
Bei der nächsten Kölner Großchance fehlten Kaminski nur wenige Zentimeter, um einen Konter erfolgreich abzuschließen. Die Gäste verlagerten sich nun auf das Umschaltspiel, eigentlich die klassische Union-Taktik. Da die Eisernen mit Ballbesitz nicht fürchterlich viel anfangen können, war der Unterhaltungswert begrenzt.
Bis El Mala dann selbst zuschlug und sich seine Chance zum zweiten Kölner Tor nicht nehmen ließ. «Nie mehr 2. Liga», skandierten die Kölner Fans. Und schoben einen ironischen «Europapokal»-Gesang hinterher. Doch Union fand durch Rothes Tor ins Spiel zurück und feierte nach Burcus späten Streich sich selbst, seine Kämpfertugenden - und die nicht mehr punktlose Interimstrainerin Eta.



