Union zu Sexismus-Wirbel nach RB-Post: Kirche im Dorf lassen
Veröffentlicht: Freitag, 24.04.2026 20:43

Fußball-Bundesliga
Leipzig (dpa) - Nach Sexismus-Kritik im Internet wegen eines Posts von RB Leipzig zu Union Berlins Cheftrainerin Mari-Louise Eta haben die Eisernen zu Besonnenheit aufgerufen. Es sei ihnen «gar nicht so sehr» aufgestoßen, sagte Unions Kommunikations-Geschäftsführer Christian Arbeit beim Sender Sky vor dem Auftaktmatch des 31. Spieltags der Fußball-Bundesliga zwischen den Leipzigern und Union. «Also, wir sind dann schon auch ein bisschen dafür, die Kirche auch mal im Dorf zu lassen», betonte Arbeit.
RB hatte auf einen Beitrag der Köpenicker, die Hinweise für den Stadionbesuch beim ungeliebten Konkurrenten mit den Worten «Also an Leipzig selbst liegt’s ja nicht - schon ne schöne Stadt ...» versehen hatten, mit Bildern reagiert, die Eta mit RB-Spielern und Ex-Trainer Marco Rose zeigten. Dazu hatten die Leipziger bei X geschrieben: «Eure Cheftrainerin fand nicht nur die Stadt ganz schön …» Einige Nutzer hatten RB daraufhin Sexismus vorgeworfen.
Der Verein betonte: «Sexismus hat bei RB Leipzig keinen Millimeter Platz. Wir freuen uns sehr auf die Rückkehr von Marie-Louise Eta, die 2022 bei RB Leipzig hospitiert und ihre Zeit im Club anschließend in einer Foto-Collage auf Social Media dokumentiert hat.» RB hatte diese Collage vom 1. Januar 2023 erneut veröffentlicht.
«Nicht als Missachtung verstanden»
Unions Medienchef wies auch noch mal darauf hin, dass Eta diese Bilder selbst gepostet hatte. «Männer und Frauen, wenn sie zusammenarbeiten, werden auch zusammen auf Bildern zu sehen sein», sagte Arbeit. Social Media dürfe auch immer «so ein bisschen Frotzelei sein, gerade im Fußball. Man foppt sich gegenseitig, das machen viele Vereine, bevor sie aufeinandertreffen.»
Er habe den RB-Post «ehrlicherweise nicht als Missachtung verstanden. Würde ich hier auch so deutlich sagen, dass ich das nicht so sehe. Da hatten wir ganz andere Kommentare und ganz andere Themen in den Kommentarspalten die letzten Tage», erklärte Arbeit.
Eta wurde nach der Trennung von Steffen Baumgart erste Cheftrainerin in der Bundesliga. Das erste Spiel unter ihrer Leitung hatten die Köpenicker daheim gegen den VfL Wolfsburg verloren.


