Stress als Statussymbol? Kommt im Team schlecht an
Veröffentlicht: Freitag, 01.05.2026 00:05

Arbeitswelt
Leipzig (dpa/tmn) - «Ich hab ja schon wieder soo viel zu tun» oder «Ich komme vor lauter Calls zu gar nichts»: Manche Beschäftigte betonen im Job ständig, wie extrem gestresst sie sind und tragen ihre Belastung wie ein Ehrenabzeichen. Dieses Verhalten hat einen Namen: «Stress-Bragging», auf Deutsch heißt das so viel wie: damit angeben, wie viel man zu tun hat.
Doch wer sich davon Vorteile erhofft - etwa Entlastung oder Lob und Anerkennung - liegt meistens falsch. Wie der Arbeitspsychologe Hannes Zacher mit Verweis auf eine Studie erklärt, kommt das Verhalten eher schlecht an: Kolleginnen und Kollegen würden sich dadurch vielmehr distanzieren, weil Stress-Bragging häufig auch Überforderung signalisiert.
Unterstützung sinkt
In einer Studie von 2024, die in der Fachzeitschrift «Personnel Psychology» erschienen ist, wird Stress-Bragging mit negativen Beurteilungen durch Kolleginnen und Kollegen in Verbindung gebracht. Wer seinen Stresslevel übermäßig nach außen kommuniziert, wirkt weniger kompetent und weniger sympathisch. Das wiederum kann die Unterstützung im Alltag senken.
Ein weiterer negativer Nebeneffekt: Stress-Bragging kann sich auch aufs Team auswirken. Die Studie zeigt, dass die Menschen, die sich häufig anhören müssen, wie andere mit ihrem Stress angeben, selbst stärker belastet sind.


