
Wer in Wesseling oder Köln am Rhein unterwegs ist, sieht gerade ungewohnte Bilder: breite Kiesbänke, flaches Wasser und deutlich weniger Schiffsverkehr als sonst. Das Niedrigwasser hat jetzt auch ein Krisentreffen in Bonn ausgelöst. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger hat danach mehrere Sofortmaßnahmen angekündigt, um Lieferprobleme auf wichtigen Wasserstraßen wie dem Rhein zu vermeiden. Geprüft wird unter anderem, ob das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lastwagen in besonders betroffenen Bereichen vorübergehend gelockert werden kann. Außerdem sollen mehr Güter auf die Schiene verlagert und unnötige Baustellen auf wichtigen Ausweichrouten vermieden werden.
Hintergrund sind die historisch niedrigen Pegelstände am Rhein, die auch in Köln, Wesseling und im Raum Bonn bereits Auswirkungen haben. Viele Frachtschiffe können wegen der niedrigen Wasserstände nur noch einen Teil ihrer üblichen Ladung transportieren. Einzelne Fährverbindungen mussten ihren Betrieb einstellen. Die Wirtschaft warnt bereits vor steigenden Kosten und Problemen bei den Lieferketten. Bund und Länder wollen die Lage deshalb nun regelmäßig gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden beobachten.