
Pulheim: Neue Unterkunft wird später Schul-Interim
Der Rat der Stadt Pulheim hat den Bau einer vierten Unterkunft für Geflüchtete an der Bernhardstraße in Brauweiler beschlossen. Die neue Anlage soll marode Standorte ersetzen und später als Übergangslösung für eine Schule dienen.
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Brauweiler bekommt vierte Flüchtlingsunterkunft
In dieser Woche hat der Rat der Stadt Pulheim mit deutlicher Mehrheit den Bau einer vierten Unterkunft für Geflüchtete in Brauweiler beschlossen. Obwohl derzeit weniger geflüchtete Menschen nach Pulheim kommen, muss die Stadt laut Gesetz ausreichend Plätze für Geflüchtete und wohnungslose Menschen bereithalten. Derzeit lebe mehr als 1.400 Geflüchtete in Pulheim, davon über 830 in städtischen Unterkünften. Als Notunterkunft ist weiterhin das alte Hallenbad im Zentralort mit 43 Menschen belegt. Angesichts der globalen politischen Lage soll ein Puffer von rund 100 Plätzen vorgehalten werden. Damit soll möglichst vermieden werden, dass erneut Turnhallen für die Unterbringung Geflüchteter genutzt werden müssen. Hinzu kommt, dass die rechnerisch vorhandenen Kapazitäten in den Unterkünften in der Praxis nicht vollständig ausgeschöpft werden können. Gründe hierfür sind insbesondere unterschiedliche Familiengrößen und -konstellationen, notwendige Notfallkapazitäten sowie organisatorische und soziale Erfordernisse bei der Belegung.
Ein Hauptgrund für die neue Einheit auf dem ehemaligen Tennenplatz an der Bernhardstraße ist der schlechte Zustand bestehender Unterkünfte im Stadtgebiet. Vor allem ältere Containeranlagen sowie das ehemalige Hallenbad gelten mittlerweile als marode. Das Gesundheitsamt des Rhein-Erft-Kreises hat dort erhebliche Mängel festgestellt, die sich laut vorliegenden Informationen nicht mehr beheben lassen.
Die neue Wohneinheit soll vorerst bis Ende 2030 einspringen, damit die Stadt die mangelhaften Standorte aufgeben kann. In dieser Zeit sollen dauerhafte Unterkünfte fertiggestellt werden, unter anderem auf der Reiherwiese. Für die Zeit danach gibt es bereits konkrete Pläne für eine weitere Verwendung der Gebäude an der Bernhardstraße. Die Anlage soll dann als Interimsstandort für den Schulbetrieb während des geplanten Neubaus der Richezaschule genutzt werden. Da die nötige Infrastruktur bereits vor Ort ist, lassen sich die Gebäude für diesen Zweck grundsätzlich umbauen. Durch einen Kauf noch vor Ende dieses Jahres kann die Stadt das Objekt zudem zu vergleichsweise günstigen Konditionen erwerben.