
Frank Rock bringt Haushalt ein: Kreisumlage soll steigen
Landrat Frank Rock hat den Doppelhaushalt 2027/2028 für den Rhein-Erft-Kreis eingebracht und plant dabei eine deutliche Erhöhung der Kreisumlage für das Jahr 2028. Während die Bürgermeister der Region die drohende Mehrbelastung von rund 100 Millionen Euro kritisieren, verweist der Kreis auf massiv steigende Kosten im Sozialbereich.
Veröffentlicht:
Doppelhaushalt für den Rhein-Erft-Kreis vorgestellt
Landrat Frank Rock hat den Haushaltsentwurf für die kommenden zwei Jahre eingebracht. Um die Städte zunächst zu entlasten, greift der Kreis tief in seine Rücklagen und nutzt dafür mehr als 51 Millionen Euro. Im nächsten Jahr soll die Kreisumlage wie bereits bekannt bei 35 Prozent bleiben. Für das Jahr 2028 sieht der Entwurf jedoch eine deutliche Korrektur nach oben auf über 38 Prozent vor. Der Kreis sieht darin eine notwendige Maßnahme, um den steigenden finanziellen Druck abzufedern. Damit soll die Handlungsfähigkeit der Kreisverwaltung trotz schwieriger Rahmenbedingungen für die Zukunft gesichert werden.
Die Bürgermeister der Städte im Rhein-Erft-Kreis lehnen die geplante Erhöhung der Umlage strikt ab. Nach ihren Berechnungen würde die Steigerung eine zusätzliche Belastung von insgesamt etwa 100 Millionen Euro für die kommunalen Haushalte bedeuten. Sie fordern vom Kreis stattdessen ein deutlicheres und vor allem nachvollziehbares Sparprogramm. Aus Sicht der Städte sind die eigenen Kassen bereits stark belastet und vertragen keine weiteren Abgaben in dieser Höhe.
Zur Rechtfertigung der Kosten weist der Kreis auf externe Faktoren wie die steigende Umlage an den Landschaftsverband Rheinland hin, die allein um 27 Millionen Euro zunimmt. Gleichzeitig betont die Verwaltung, dass bereits konkrete Sparmaßnahmen eingeleitet wurden, um das Defizit zu begrenzen. So wurde das Solarförderprogramm gestoppt und der Verkauf der Jugendbildungsstätte im französischen Guidel bereits angestoßen. Trotz der Sparzwänge sind im Entwurf auch wichtige Investitionen für die Weiterentwicklung des Rhein-Erft-Kreises vorgesehen. Dazu gehören Gelder für das Berufskolleg in Bergheim sowie für das Innovationsquartier in Kerpen. Auch der Ausbau des Bevölkerungsschutzes soll im kommenden Doppelhaushalt finanziell mit hoher Priorität berücksichtigt werden.
Der Haushalt wird jetzt in den kommenden Wochen beraten.