Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis angespannt
Veröffentlicht: Mittwoch, 01.04.2026 12:54
Im Rhein-Erft-Kreis ist der Ausbildungsmarkt zur Halbzeit etwas schwieriger als im Vorjahr. Die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit in Brühl sehen aber weiterhin gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz, weil noch viele Stellen offen sind.

Ausbildungsmarkt: Halbzeitbilanz mit weiter guten Chancen
Im Rhein-Erft-Kreis ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt angespannter als im vergangenen Jahr. Zu dieser Einschätzung kommen die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer und die Handwerkskammer am Mittwoch (01.04.) in ihren Halbzeitbilanzen.
IHK sieht keinen Grund zur Sorge
Bei der IHK im Rhein-Erft-Kreis wurden bislang gut 230 Ausbildungsverträge abgeschlossen. Das sind rund 60 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aber das sei kein Grund zur Sorge. Denn nach Angaben der IHK suchen viele Unternehmen weiterhin nach Auszubildenden. Außerdem würden Verträge inzwischen oft später unterschrieben als früher. Eine ähnliche Entwicklung sieht auch die Handwerkskammer.
Ausbildung im Handwerk ist und bleibt gefragt
Nach Angaben der Handwerkskammer gehen dort aktuell täglich neu abgeschlossene Ausbildungsverträge ein, die in der Statistik noch nicht erfasst sind. Bislang haben im Rhein-Erft-Kreis knapp 120 Jugendliche im Handwerk einen Lehrvertrag unterschrieben. Das entspricht in etwa dem Niveau des Vorjahres. Die Handwerkskammer wertet das als Zeichen dafür, dass eine Ausbildung im Handwerk weiter gefragt ist.
Angespannt, aber nicht hoffnungslos
Schwieriger ist die Situation bei der Agentur für Arbeit in Brühl. Dort ist das Interesse an Ausbildungsplätzen unter Jugendlichen zwar groß, Unternehmen melden aktuell aber weniger freie Stellen. Von Oktober bis März haben sich nach Angaben der Agentur fast 2.000 Bewerberinnen und Bewerber für eine Lehrstelle gemeldet. Das sind knapp fünf Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig haben Unternehmen in diesem Zeitraum fast neun Prozent weniger freie Ausbildungsplätze gemeldet.
Die Agentur für Arbeit führt das unter anderem auf Unsicherheit wegen der wirtschaftlichen Lage zurück. Außerdem könnte eine Rolle spielen, dass manche Betriebe frustriert sind, weil sie in der Vergangenheit keine passenden Bewerber gefunden haben.
Trotzdem bleibt die Agentur für Arbeit in Brühl optimistisch. Nach ihren Angaben sind dort aktuell noch gut 900 Ausbildungsplätze offen, auch in besonders gefragten Berufen.


