
Kerpen wollte das Schloss sanieren und einen Flanierweg und Parkplätze anlegen – und hatte dafür erfolgreich über 3,7 Millionen Euro Fördermittel beantragt.
Aber jetzt gibt es Verzögerungen, weil das Planungsbüro gewechselt hat. Möglicherweise zahlt der Bund deswegen einen Teil des Geldes nicht mehr aus, weil der Zeitplan deutlich überschritten wird. Denn das Fördergeld ist befristet – und es ist unklar, ob die Stadt die nötige Verlängerung bis Mitte 2020 bekommt. Bis dahin müssen die Politiker jede weitere Baumaßnahme einzeln abnicken – und das auch nur, wenn dafür das Fördergeld, das bisher schon ausgezahlt wurde, reicht. Denn der Haushalt der Stadt soll laut einem Sprecher keinesfalls damit belastet werden. Im Herbst hatten rund um das Schloss massive Abrissarbeiten begonnen. Wegen des Denkmalschutzes mussten sie teilweise von Hand gemacht werden. Jetzt gerade wird an Dacheindeckung des Herrenhauses gearbeitet. Das soll bis Jahresende abgeschlossen sein.
Leuchtturm-Projekt für Nachhaltigkeit
Schloss Türnich soll auch nicht nur optisch herausragend werden: Der Schloss-Eigentümer will den Standort mit Hilfe einer Stiftung zu einem Leuchtturm-Projekt für Permakultur machen. Also dort alles auf nachhaltige und naturnahe Kreisläufe ausrichten. Ursprünglich für die Landwirtschaft entwickelt, ist Permakultur inzwischen ein Prinzip, das auch Dinge wie Energieversorgung, Landschaftsplanung und soziale Infrastrukturen umfasst.So passt es, dass die Rheinische Fachhochschule Ende April im Torhaus des Schlosses ein neues Institut für Nachhaltigkeits- und Kreislaufprozesse einrichtet. Geplant sind dort unter anderem Projekte für den Strukturwandel. Außerdem soll im Schloss bald ein Studiengang "Food and Health" angeboten werden.