Spatenstich für Rheinwasser-Pipeline in Elsdorf

In wenigen Jahren endet die Zeit der Braunkohle-Förderung im Rheinischen Revier. Die Tagebaue werden rekultiviert. Dienstag gab es den Startschuss für ein Megaprojekt: die Rheinwassertransportleitung. In ihr fließen künftig bis zu 18.000 Liter Rheinwasser pro Sekunde Richtung Tagebau Hambach und Garzweiler. 

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Startschuss für das Rheinische Seenland

In Elsdorf fand am Dienstag (17. März 2026) der Spatenstich für eine gewaltige Pipeline statt, die zukünftig ungeheure 18.000 Liter pro Sekunde aus dem Rhein ableiten wird, um die Tagebaue Hambach und Garzweiler zu fluten. Die neue Leitung würde das Freibad in Brühl in weniger als zwei Minuten füllen können, während der neu entstehende Hambacher See bis zu 40 Jahre benötigt, um vollständig gefüllt zu werden.

Die Pipeline wird fast vollständig unterirdisch verlegt, mit einer Ausnahme über die Autobahn A61 bei Bedburg. Während der Entnahme wird die Wassermenge je nach Wasserstand im Rhein angepasst, sodass der Pegel an der Entnahmestelle lediglich um 0,4 Millimeter bis etwa 2,4 Zentimeter variieren wird.

Bereits nach einem Jahrzehnt wird der Hambacher See größer als der Köln-Bonner Flughafen sein und kann dann für erste Freizeitaktivitäten genutzt werden.

Dieses ambitionierte Vorhaben zeigt die immensen Ausmaße und das Potenzial des Projekts für die Umwelt und Freizeitgestaltung in der Region.

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Rekultivierung der Tagebaue

Mit der Flutung des Tagebaulöcher entsteht das Rheinische Seenland mit vielfältigen Lebensräumen für Flora und Fauna sowie attraktiven Chancen für Freizeit, Tourismus und Wertschöpfung. Die Rheinwassertransportleitung ist ein Projekt für unsere Region, sagt Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied Braunkohle der RWE Power AG:

Sie steht für Verlässlichkeit und Zukunft: Wir schaffen neue Seen, sorgen für einen ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier und sichern den Erhalt der Feuchtgebiete im Norden von Garzweiler. Rund um die neuen Seen entstehen Lebensräume für Natur und Artenvielfalt, sowie neue Chancen für Erholung, Tourismus und Arbeitsplätze. Auf diese Weise schließen wir die Rekultivierung unserer Tagebaue hochwertig, verantwortungsvoll und im Dialog mit unseren Partnern ab.

Große Freude auch bei Landrat Frank Rock:

Mit dem Bau der Rheinwassertransportleitung beginnt ein neuer Abschnitt für das Rheinische Revier. Eine Rekultivierung der Tagebaue liegt auch im Interesse des Unternehmens – zugleich ist sie ein großer Gewinn für unsere Bürgerinnen und Bürger. Ein Blick in die Ville-Seenlandschaft zeigt, welches Potenzial in einer gelungenen Rekultivierung steckt: Aus ehemaligen Abbauflächen entstehen wertvolle Natur- und Erholungsräume. Das macht Mut für das künftige Rheinische Seenland.

Was jetzt kommt, haben sich die Menschen in der Region auch verdient, meint Andreas Heller, Bürgermeister Stadt Elsdorf und Aufsichtsratsvorsitzender der NEULAND HAMBACH GmbH:

Die Rheinwassertransportleitung ist ein Schlüsselprojekt für den Wandel im Rheinischen Revier. Der Spatenstich heute zeigt: Der Strukturwandel ist nicht nur eine Idee – er wird Realität. Dort, wo über Jahrzehnte der Tagebau die Landschaft geprägt hat, entstehen neue Räume für Natur, Freizeit und Lebensqualität. Und der Ort, an dem das Wasser aus dem Rhein in den Tagebau fließen wird, heißt Elsdorf. Diesen Ort wird in zehn Jahren jeder in NRW kennen – davon bin ich in aller Bescheidenheit überzeugt. Wasser läuft - Elsdorf. Läuft!

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