
Krieg gegen die Ukraine
Moskau/Kiew (dpa) - Das russische Verteidigungsministerium hat der Ukraine Verstöße gegen die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Waffenruhe vorgeworfen. Die ukrainischen Streitkräfte hätten ungeachtet der Vereinbarung mit Drohnen und Artillerie russische Positionen und auch zivile Objekte angegriffen, teilte das Ministerium der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Betroffen gewesen seien unter anderem die Gebiete Kaluga, Tula, Smolensk, Kursk, Brjansk und Belgorod sowie im Süden die Teilrepublik Tschetschenien und die Regionen Stawropol und Krasnodar.
Eine Bestätigung dafür von ukrainischer Seite gab es zunächst nicht. Allerdings beklagte auch der ukrainische Generalstab nach Beginn der Waffenruhe Angriffe von russischer Seite vor allem in den umkämpften Regionen im Donbass. Die Rede war von 45 Attacken bis zum frühen Morgen.
Auch das russische Verteidigungsministerium berichtete von Kämpfen; die Ukraine unternahm demnach zwölf Angriffe. Das Ministerium in Moskau betonte, dass die russische Seite auf Attacken der ukrainischen Drohnentruppen und Artillerie reagiert habe und ansonsten keine Drohnen, Raketen oder Artillerie einsetze.
Überprüfbar sind die Angaben der Kriegsparteien von unabhängiger Seite nicht. Auch bei allen bisherigen Waffenruhen in dem seit mehr als vier Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine haben sich Kiew und Moskau immer wieder massenhafte Verstöße vorgeworfen.
Waffenruhe soll bis Montag gelten
Kremlsprecher Dmitri Peskow teilte mit, dass die Waffenruhe für Moskau zur Militärparade gehalten habe. Es gab demnach – anders als befürchtet – keine Versuche von ukrainischer Seite, die Feiern zum 9. Mai - dem Tag des Sieges der Sowjetunion über Nazi-Deutschland - zu stören. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am Freitag nach US-Vermittlung angekündigt, die Militärparade auf dem Roten Platz nicht anzugreifen.
Juri Uschakow, der außenpolitische Berater von Kremlchef Wladimir Putin, sagte, die Kontakte mit den Amerikanern seien zuletzt intensiviert worden angesichts der Drohungen Kiews, die Parade zu stören. Die von Trump vermittelte Waffenruhe soll bis 11. Mai gelten, bekräftigte Uschakow.