
Rizin-Prozess: Ehefrau wusste von Bombenbau
Im Rizin-Prozess hat die angeklagte Kölnerin Donnerstag erstmals zugegeben, von dem Bau einer Bombe gewusst zu haben. Die 44-jährige zum Islam konvertierte Frau bestreitet aber weiter einen dschihadistischen Anschlag mit dem Biokampfstoff Rizin geplant zu haben.
Veröffentlicht: Donnerstag, 23.04.2020 12:43
Ihr tunesischer Ehemann ist vom Staatsschutzsenat in Düsseldorf bereits zu 10 Jahren Haft verurteilt worden – das Urteil gegen die Frau steht noch aus. Seit einigen Verhandlungstagen liest die mehrfache Mutter eine Erklärung vor. Sie sieht sich als Opfer einer Täuschung durch ihren Mann und fühlt sich durch Gericht und Medien vorverurteilt. Die Kölnerin schildert in ihrer Erklärung unter anderem, dass sie zwei Mal ihren Mann mit Pulver und Teilen zum Bombenbau in der Wohnung angetroffen hatte. Der IS-Anhänger habe erklärt, das Pulver sei ein Vertrauensbeweis für seine Kontaktleute, um ins Herrschaftsgebiet des IS einreisen zu dürfen. Sie habe große Angst gehabt und ihren Mann aufgefordert die Sachen zu entsorgen. Anklage und bislang auch die Richter gehen aber davon aus, dass die Frau teilweise am Bau der Bombe und der Herstellung des Giftes beteiligt war.