
Offenbar decken sich immer Leute aus Angst vor einer radioaktiven Verseuchung damit ein. Davon rät das Umweltministerium aber dringend ab, da dies mit erheblichen gesundheitliche Risiken verbunden sei. Vor der Einnahme von Jodtabletten, insbesondere den hochdosierten, sollte man den Arzt fragen.
Wenn die konkrete Gefahr besteht, dass Menschen mit Radioaktivität in Berührung kommen könnten, werden die Katastrophenschutzbehörden aktiv – wie z.B. der Rhein-Erft-Kreis. Bundesweit werden zu diesem Zweck knapp 190 Millionen Jodtabletten gelagert, die bei einem Schadensereignis ausgegeben werden können.
Die normalen Jodid-Tabletten, die viele Menschen bei uns regelmäßig nehmen, um einem Jod-Mangel vorzubeugen, sind dagegen tausendfach schwächer dosiert und zum Schutz nicht geeignet. Sinnvoll wäre die Einnahme der Jod-Tabletten auch nur, wenn man weniger als 100 km vom Strahlungsort entfernt ist.
So funktioniert die Jodblockade
Das Bundesministerium für nukleare Sicherheit erklärt auf einer eigenen Internetseite, wie die sogenannte "Jodblockade" im Körper funktioniert. Wichtig ist z.B. zu wissen, dass sie nicht für alle Altersklassen empfohlen wird.
Jod mehr in die Ernährung integrieren
Die aktuelle Jodstudie des Ernährungsministeriums belegt, dass etwa 30 Prozent der Erwachsenen und 44 Prozent der Kinder und Jugendlichen eine Jodzufuhr unterhalb des geschätzten mittleren Bedarfs haben. Dadurch besteht bei ihnen ein erhöhtes Risiko für eine Jodunterversorgung.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt deswegen, Jod mehr über die normale Ernährung zu sich zu nehmen, insbesondere während der Schwangerschaft sei dies wichtig, so das Bundesinstitut für Risikobewertung.
Jodhaltige Lebensmittel sind z.B.:
- Jodiertes Speisesalz
- Meeresfisch (Schellfisch, Hering, Thunfisch, Kabeljau, Scholle)
- Milch- und Milchprodukte
- Hühnereier
