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Rhein-Erft/Köln: Krieg in der Ukraine überschattet Karneval
© pixabay (Symbolbild)
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Rhein-Erft/Köln: Krieg in der Ukraine überschattet Karneval

Viele Menschen im Rhein-Erft-Kreis schauen mit großen Sorgen auf die Lage in der Ukraine, den Frohsinn zu Weiberfastnacht wollten sie sich aber trotzdem nicht nehmen lassen. So wurde an Weiberfastnach schon an einigen Stellen im Kreis trotz politischen Krise Fastelovend gefeiert. Am Bergheimer Medio kamen am Mittag rund 60 Menschen zusammen, um ein Kölsch auf den Fastelovendsauftakt zu trinken. Die Lage in der Ukraine bleibt aber im Hinterkopf.

Veröffentlicht: Donnerstag, 24.02.2022 16:22

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Auch in Köln hat das Dreigestirn die Session pünktlich um 11:11 Uhr eröffnet. „Wir schunkeln nicht an den Sorgen der Menschen vorbei, aber wir lassen und auch nicht die Grenzen des Frohsinns von Menschen bestimmen, die Freiheit und Frieden mit Füßen treten“. Das rief die Kölner Jungfrau Gerdemie den Jecken auf dem Alter Markt zu. Gegen Mittag musste die Stadt das Zülpicher Viertel wegen des Andrangs schließen. Wer noch ins Viertel wollte, konnte stattdessen auf den Uniwiesen feiern. 

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Im Zülpicher Viertel sei so viel los gewesen wie in den Jahren vor Corona, sagte der Kölner Ordnungsamtsleiter. Nach Schätzungen des Ordnungsamtes hätten rund 15.000 Menschen hier Karneval gefeiert. In anderen Vierteln wie der Alt- und Südstadt sei es dagegen ruhiger. Kölns Stadtdirektorin Blome sagte, der Karneval verlaufe bislang friedlich.

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Karneval soll nicht ausfallen

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"Mir ist wirklich nicht zum Feiern zumute, aber weder ich noch das Festkomitee können und wollen den Karneval absagen", sagte Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei einem Empfang im Rathaus. "Jede und jeder muss das für sich selbst entscheiden, ob das der richtige Augenblick ist zu feiern." Aus Sicht des Festkomitees Kölner Karneval wäre eine Absage "das falsche Signal" und organisatorisch so kurzfristig auch nicht möglich. Sicherlich gehe das Geschehen in der Ukraine nicht spurlos an den Karnevalisten vorüber. "Aber wir haben gerade auch in der jüngeren Vergangenheit gelernt, dass der Karneval in Krisenzeiten eine wichtige Funktion für die Menschen hat. Sich die Grenzen des Frohsinns vom einem Despoten diktieren zu lassen, entspricht nicht dem Gedanken des Fastelovends, in dem Freiheit und Gleichheit an oberster Stelle steht", teilte das Festkomitee mit.

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Friedensdemo statt Rosenmontagszug

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Den geplanten Rosenmontagszug durch das Rhein-Energie-Stadion hat das Festkomitee Kölner Karneval aber abgesagt. Stattdessen soll es eine Friedensdemonstration mit Persiflagewagen auf Plätzen in der Kölner Innenstadt geben. „Die Persiflagen sind das Ausdrucksmittel der Karnevalisten, um auf Missstände hinzuweisen“, so Festkomiteepräsident Christoph Kuckelkorn. „Und der schrecklichste Missstand derzeit sind die Kampfhandlungen in der Ukraine. Da gilt es, Flagge für ein friedliches Miteinander zu zeigen. Die Kölner werden damit auch nach draußen ein deutliches Signal setzen und zeigen, dass sie nicht nur feiern können, sondern auch solidarisch mit Menschen in Not sind.“ Insgesamt gut 10.000 Zuschauer sollten am Montag im Stadion dabei sein. Das Festkomitee hatte dafür 8.800 Tickets verkauft, die innerhalb von wenigen Minuten ausverkauft waren.

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Blome rechnet mit Kritik

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Kölns Stadtdirektorin Andrea Blome rechnet mit Kritik angesichts der Karnevalsbilder aus Köln. "Wir wissen ja, dass außerhalb von Köln es auch oft nicht nachvollzogen werden kann. Ich denke schon, dass man uns auch Vorhaltungen machen wird", sagte sie am Donnerstag in einer ersten Bilanz. "Man wird uns Vorhaltungen machen und sagen: Warum habt ihr das zugelassen?" Darauf sei man aber vorbereitet. Blome beschrieb, wie in der städtischen Zentrale Aufnahmen aus Köln zu sehen gewesen seien - während auf einem anderen Bildschirm Nachrichten aus Osteuropa eingingen. Es sei "schon ein höchst seltsamer Anblick", der sich "auch tatsächlich falsch" anfühle.


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