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Rhein-Erft: Verzweifelte Reaktionen auf Lockdown
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Rhein-Erft: Verzweifelte Reaktionen auf Lockdown

Die neuen, harten Corona-Regeln sorgen für Gesprächsstoff in der Region. Während Eltern aufatmen, dass Schulen und Kitas geöffnet bleiben, trifft es mal wieder Gastronomie, Tourismus und die Freizeitbranche hart.

Veröffentlicht: Donnerstag, 29.10.2020 10:22

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Die Unternehmen müssen ab Montag schließen, auf Betreiber und Mitarbeiter kommt ein schwieriger Monat zu, für viele geht es jetzt um die Existenz. Denn ob alle Restaurants, Kneipen, Hotels, Kinos, Fitnessstudios und Veranstaltungsorte den neuen Lockdown-light überstehen, ist fraglich.

Die Betreiber von Fitness-Studios wie dem „Just Fit“ mit Sitz in Frechen protestieren in einem offenen Brief an Ministerpräsident Laschet gegen die Schließungen. Es würde sich um genau das falsche Signal handeln. Die Fitness-Anlagen verfügten über ausgezeichnete Abstands- und Hygienekonzepte und tun alles dafür, der Bevölkerung bei der Bewältigung dieser Corona-Krise bestmöglich zu helfen, heißt es.

Auch die Industrie- und Handelskammer Köln meint, dass die neuen Beschränkungen sehr schlecht für die regionale Wirtschaft seien. Die Betriebe hätten in Hygiene und Schutzvorrichtungen investiert, um wenigstens etwas Umsatz zu erwirtschaften. Durch das pauschale Verbot geraten nun viele Unternehmen in Existenznot, fürchtet die IHK.

Die Kinos leiden schon seit Monaten unter den Folgen der Corona-Pandemie. Es dürfen viel zu wenige Gäste in die Säle, es kommen auch kaum noch Besucher und viele Filmstarts wurden verschoben. Das Berli in Hürth hat den Betrieb Mitte Oktober deshalb schon bis auf weiteres eingestellt: Die Einnahmen sind zu gering, um die Kosten des Spielbetriebs zu decken, heißt es. Das Zoom Kino in Brühl spricht von einem Minus von rund 60 Prozent, das Linden-Theater in Frechen von 70 Prozent. Das Capitol in Kerpen will zumindest bis zur Schließung noch durchstarten: für vier Tage läuft ein Family Entertainment Film, heißt es bei Facebook.

Viele Comedy- und Musikstars fordern ein Hilfsprogramm für die Veranstaltungsbranche. Sie wenden sich in einem offenen Brief unter anderem an Bundesfinanzminister Scholz. Es gehe dabei nicht um die Topverdiener, sondern die vielen finanziell angeschlagenen privatwirtschaftlichen Kulturstätten, denen die Schließung droht oder die bereits schließen mussten. Mit dem neuen Lockdown wird es für sie noch schwieriger. Auch wenn es einen Ausgleich für Verdienstausfälle geben soll, appelliert Kasalla-Frontmann Basti Campmann an uns alle solidarisch zu sein. Zum Beispiel, indem bereits gekaufte Tickets für Veranstaltungen, die jetzt ausfallen müssen, nicht zurückgegeben werden.

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