
Rhein-Erft: Unwetter verlief bis zum Abend glimpflich
Das Gewitter über dem Rhein-Erft-Kreis ist bis in den frühen Abend glimpflich verlaufen. Die Feuerwehr musste kreisweit nur zu einer Hand voll Einsätzen ausrücken, berichtet die Leitstelle. Große Probleme mit voll gelaufenen Keller wie in Hürth Anfang der Woche gab es diesmal nicht.
Veröffentlicht:
Die Polizei musste zu einigen Kreuzungen ausrücken, weil die Ampeln kaputt gegangen waren, außerdem waren vereinzelt Äste auf Straßen gefallen. Ansonsten habe das Unwetter aber für keine größeren Probleme gesorgt.
Mehr Einsätze in Köln
Die Feuerwehr in Köln hatte dagegen deutlich mehr zu tun. Bis 17 Uhr gab es hier 80 Unwettereinsätze, vor allem wegen umgestürzter Bäume und Gerüste. Das teilte die Feuerwehr auf Twitter mit. Der Zirkus Roncalli musste wegen des Wetters seine Nachmittagsshow absagen. Wegen umgestürzter Bäume kam es auch im Bahnverkehr zu Einschränkungen. Betroffen war unter anderem die S6 zwischen Köln und Düsseldorf.
Behörden hatten Vorbereitungen getroffen
Vorsichtshalber hatte die Feuerwehr-Leitstelle im Rhein-Erft-Kreis mehr Personal für diesen Donnerstag in Rufbereitschaft versetzt, um schnell auf eine größere Anzahl von Notrufen reagieren zu können.
Die Stadt Erftstadt hatte vorsorglich alle städtischen Friedhöfe, Parkanlagen und Sportplätze gesperrt. Aufgrund der weiteren Unwetterwarnung ab Freitagmittag bleiben die Sperrungen auch am Freitag bestehen. Außerdem sollte die Außengastronomie Vorkehrungen gegen starker Windböen und Starkregen treffen, heißt es. Ob der Wochenmarkt in Liblar stattfinden kann, wird am Freitagmorgen kurzfristig anhand der Wetterlage entschieden. Laut der Stadt findet eine kontinuierliche Beobachtung der Wetterlage und Pegelstände statt.
Auch die Städte Brühl und Köln baten die Bevölkerung Waldgebiete, Parkanlagen, Friedhöfe und Alleen zu meiden. Die Stadt Brühl will die Situation auf den Friedhöfen und die aktuelle Wetterlage am Freitag begutachten und anschließend entschieden, ob Friedhöfe wieder geöffnet werden können. Beerdigungen sollen soweit möglich durchgeführt werden.
DWD: Erneute Unwettergefahr am Freitag
Am Freitag steht NRW nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes womöglich ein "extremes Unwetter" mit Gewitter, Hagel und Sturm bevor. Nach Einschätzung eines Meteorologen dürfte vielerorts die höchste Warnstufe (Stufe 4) ausgerufen werden. "Damit drohen dort, wo der Gewitterkomplex langzieht, massive Schäden", sagte der Wetterforscher am Donnerstag. Wahrscheinlich bilden sich demnach auch sogenannte Superzellen - sich drehende Systeme mit starken Aufwinden, die sich völlig eigenständig und damit schwer vorhersehbar bewegen. Auch für Tornados und heftige Orkanböen mit Windstärke 12 gebe es "ideale Bedingungen". Hinzu kämen Hagel und teils extremer Starkregen. Inwiefern der Rhein-Erft-Kreis davon betroffen sein wird, ist noch unklar. Die Wetterexperten des DWD könnten erst wenige Stunden vorher sicher sagen, wo die Unwetter genau auftreten. Bei Tornados liege die Vorhersage-Spanne sogar im Minutenbereich.