Rhein-Erft: Unwetter-Überblick im Live-Ticker
Veröffentlicht: Samstag, 17.07.2021 22:33
Der Rhein-Erft-Kreis hat offiziell den Katastrophenfall ausgerufen und auch Hilfe durch Dritte angefragt, also um Beispiel der Bundeswehr. Hier gibt´s alle Infos im Überblick.

Bilder der Katastrophe:Erftstadt-Blessem
LIVE-TICKER
+++21:17+++
Betreten des Ortsteils Blessem verboten. Die Lage in Blessem ist unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen besteht. Die Evakuierung hat weiterhin Bestand und das Betreten ist verboten. Die Polizei sichert den Ortsteil. Die Stadt hat Verständnis dafür, dass Bürger:innen zu ihren Häusern zurückkehren möchten. Dies ist derzeit noch nicht möglich, da insbesondere im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr besteht! Ab Sonntagvormittag untersuchen Spezialisten die Abbruchkanten in der Ortslage.
+++20:30+++
Der Verteilnetzbetreiber Westnetz ist mit allen verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort, um möglichst schnell eine Wiederversorgung der Gebiete im westlichen Rheinland zu ermöglichen. Hierzu wurden auch zusätzliches Westnetz-Personal aus anderen Regionen des Verteilnetzbetreibers, die nicht von den Unwettern betroffen waren, in die verwüsteten Gebiete geschickt. Durch die enormen Schäden und das vielerorts immer noch stehende Wasser ist die Inbetriebnahme von Umspannanlagen und Ortsnetzstationen schwierig. Knapp ein Drittel der Ortsnetzstationen inkl. der dazugehörigen Versorgungsleitungen im Kreis Euskirchen, im linksrheinischen Rhein-Sieg-Kreis und im Rhein-Erft-Kreis konnten zwischenzeitlich von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begangen und inspiziert werden. Die persönliche Inaugenscheinnahme jeder einzelnen der Anlagen ist zwingend erforderlich, um eine gefahrlose Wiederanschaltung zu garantieren. Viele Stationen, die teilweise in Folge des Unwetters ausgefallen waren, konnten anschließend direkt wieder in Betrieb genommen werden. Andere müssen zunächst noch gereinigt und getrocknet werden, bevor sie wieder zugeschaltet werden können. Wieder andere Stationen können mit Hilfe von Aggregaten oder Umschaltungen wieder ans Netz angeschlossen werden. So konnten im Laufe des Tages wieder einige Ortsnetzstationen in Betrieb genommen werden. Die Instandsetzung erfolgt systematisch. Aber es gibt auch Stationen, die selbst für die Fachleute nicht zugänglich sind: Einige sind noch immer vom Wasser eingeschlossen oder sind auf Grund zerstörter Straßen und Brücken nur äußerst schwer zugänglich. Andere befinden sich in evakuierten Ortsteilen von Swisttal, Erftstadt, Rheinbach und Weilerswist. Gebieten, zu denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter keinen Zugang haben.
+++20:26+++
Koordiniert durch die Bezirksregierung Köln wurde eine Hotline für Betroffene der Flutkatastrophe eingerichtet: Unter 0221-147-2206 können sich besorgte Angehörige melden, die jemanden vermissen.
+++20:23+++
Die Hochwasserlage im Rhein-Erft-Kreis entspannt sich zunehmend, allerdings sind 800 bis 1.000 Einsatzkräfte insbesondere rund um die besonders betroffenen Bereiche von Erftstadt weiterhin im Dauereinsatz. Während in weiten Teilen des Kreises schon die Aufräumarbeiten beginnen, besteht unter anderem in Erftstadt-Blessem noch akute Lebensgefahr. Die evakuierte Bevölkerung darf aus Sicherheitsgründen weiter nicht in ihre Häuser zurückkehren. Es besteht keine Klarheit über die Bodenverhältnisse und die Standsicherheit der Gebäude. Morgen früh werden in der Ortschaft weitere Experten eintreffen, welche die Lage vor Ort begutachten sollen.
Über die Ergebnisse wird der Rhein-Erft-Kreis, vor allem im Sinne der betroffenen Anwohner, frühzeitig und fortlaufend informieren.
+++20:15+++
Update zur Steinbachtalsperre:
Seit gestern Abend kann das Wasser in der Steinbachtalsperre durch den Grundablass und den Einsatz von Pumpeinheiten abgelassen werden, wodurch der Druck auf den Damm kontinuierlich reduziert wird. Die für eine endgültige Entwarnung erforderliche zweidrittel Entleerung kann jedoch vermutlich nicht wie ursprünglich prognostiziert morgen Nachmittag erreicht werden, da der Wasserstand langsamer sinkt als erwartet. Wann dieser Zeitpunkt erreicht sein wird, wird sich anhand der weiteren Wasserstandsentwicklung zeigen. Am morgigen Sonntag wird die Lage in enger Abstimmung mit dem Kreis Euskirchen, der Stadt Euskirchen, dem Rhein-Sieg-Kreis und dem Betreiber der Talsperre noch einmal neu bewertet. Die Lage bleibt zwar weiterhin angespannt, eine Evakuierung zusätzlicher Ortschaften ist nach aktueller Gefährdungseinschätzung jedoch nicht erforderlich.
+++20:00+++
Am heutigen Tage wurden die Aufräumarbeiten im Bereich der vom Hochwasser der Erft betroffenen Straßen in den Ortschaften Türnich, Balkhausen und Brüggen fortgesetzt. Für die von den Starkregenereignissen während der Woche betroffenen Bürgerinnen und Bürgern des restlichen Stadtgebietes, soll ebenfalls eine Unterstützung bei der Beseitigung des möglicherweise angefallenen Sperrgutes angeboten werden. Bis zum 21.07.2021 ist es möglich an die Mailadresse abfallwirtschaft@stadt-kerpen.de (durchgehend) oder unter der Telefonnummer 02237/58-620 (ab Montag 8:00 Uhr – 16.00 Uhr) den Hilfebedarf anzumelden. Weitere Einzelheiten zum Ablauf der Sperrgutabfuhr und evtl. sonstigen Möglichkeiten werden spätestens Anfang der Woche bekanntgegeben.
+++19:20+++
Die Freiwillige Feuerwehr und der Krisenstab der Stadt Bedburg fahren die Maßnahmen, die zum Schutz der BedburgerInnen vor einer Hochwasserkatastrophe vorgenommen wurden, herunter. Das bedeutet:
- Alle evakuierten Personen können ab sofort wieder in ihre Häuser und Wohnungen.
- Alle hochwasserbedingten Straßensperrungen werden aufgehoben.
- Das Bürgertelefon wird mit sofortiger Wirkung für Bedburg eingestellt.
Die Anfragen, die sich auf die betroffenen Kommunen im Kreis beziehen, werden durch den Kreis und dessen Hotlines beantwortet:
- Telefon 02271 83 22222
- Telefon 0800 6565651 (für Menschen, die Angehörige vermissen)
Die Rettungskräfte bleiben weiterhin in Bereitschaft und bitten die BedburgerInnen dringend, sich von der Erft, anderen Fließgewässern und den Böschungen fern zu halten. Durch die Wassermengen, die auch in Bedburg fließen, sind die Bereiche in Ufernähe hochgefährlich. Die Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr unterstützen weiterhin die Rettungskräfte in den Katastrophengebieten. Wir sind froh und stolz, dass wir eine solche engagierte Feuerwehr haben und hoffen, dass alle gesund wieder zurückkommen.
+++19:03+++
Wasserwerk Erftstadt-Dirmerzheim wieder zu 100 % funktionsfähig. Ein Risiko einer Kontamination des Trinkwassers im Bereich der Entnahme durch das Wasserwerk infolge des Starkregen Ereignis besteht nach jetzigem Kenntnisstand nicht, da die Förderung aus tiefem Grundwasser unterhalb einer abdichtenden Tonschicht erfolgt, so dass durch Oberflächenwasser eingetragene Verschmutzungen dort nicht durchdringen können. Das Wasserwerk Kerpen-Türnich ist bereits vor dem Starkregen Ereignis technisch auf ein Jahrhunderthochwasserszenario hin ausgebaut worden, es liegt topografisch höher gelegen und verfügt über weitere technische Ausstattungen zum Schutz (z.B. Pumpenanlagen). Es funktioniert einwandfrei. Beim Wasserwerk in Bergheim-Paffendorf erfolgt die Förderung ebenfalls aus tiefem Grundwasser unterhalb einer abdichtenden Tonschicht erfolgt, so dass durch Oberflächenwasser eingetragene Verschmutzungen dort nicht durchdringen können.
+++18:34+++
Das Betreten von Blessem bleibt verboten. Das hat die Stadt Erftstadt jetzt noch mal klargestellt und damit auf viele Anfragen von Bürgern reagiert, die in ihre Häuser zurück wollen. Das sei aber nicht möglich, die Lage in dem Ortsteil sei nach der Flutkatastrophe unverändert angespannt. Noch gibt es keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen. Und vor allem im Bereich des Erdrutsches besteht Lebensgefahr, sagt die Stadt. Ab Sonntagvormittag untersuchen Spezialisten die Abbruchkanten in der Ortslage.
+++17:02+++
In Erftstadt-Liblar ist ein Altenheim in der Johanna-Kinkel-Straße evakuiert worden. Laut dem Rhein-Erft-Kreis wurden die Bewohner vorsorglich in Sicherheit gebracht, denn das Gebäude könnte einsturzgefährdet sein.
+++16:48+++
Ob in Erftstadt, Euskirchen oder Schleiden – die Polizei in den Hochwassergebieten hat sich mit einem dringenden Appell an die Bewohner gewandt. Sie werden gebeten, nicht in ihre Häuser und Wohnungen im Überschwemmungsgebiet zurückzukehren. Alle sollten aus Sicherheitsgründen auf eine Freigabe durch Polizei und Krisenstäbe warten, heißt es.
+++16.20+++
Immer noch gibt es in einigen Teilen des Hochwassergebietes keinen Strom. Jetzt gibt es gute Nachrichten für Teile von Weilers-wist und Erftstadt-Friesheim.
Laut dem Energieversorger westnetz läuft dort die Versorgung seit dem Morgen wieder. Die Reinigung und Prüfung weiterer elektrischer Anlagen sei aber im vollen Gange, die Mitarbeiter sind im Dauereinsatz, heißt es.
+++14.07+++
NRW-Ministerpräsident Laschet hat bei seinem Besuch in Erftstadt Direkthilfe für die vom Hochwasser betroffenen Menschen versprochen. Es werde sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt, sagte Laschet. Er ist aktuell mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Rhein-Erft-Kreis um sich ein Bild von der Katastrophenlage zu machen.
+++13:38+++
An der Steinbachtalsperre gibt es noch keine Entspannung. Laut der Kölner Bezirksregierung besteht dort weiterhin akute Überflutungsgefahr unterhalb der Sperre – dort könnte der Absperrdamm versagen – heißt es. Parallel lastet durch das viele Wasser enorm hoher Druck auf dem Damm. Der Damm ist dadurch äußerst instabil und droht zu brechen, so eine Sprecherin. Inzwischen konnte der Grundablass freigelegt werden. Zusätzlich wird Wasser abgepumpt. Eine Entwarnung könne aber nach Experteneinschätzung erst gegeben werden, wenn zweidrittel der Talsperre entleert sind, heißt es.
Nach vorsichtiger Schätzung könnte das Sonntag gegen 15:00 Uhr erreicht sein. Bis dahin besteht daher weiterhin akute Dammbruchgefahr. Vorsorglich sind weitere Evakuierungen im Bereich der Steinbachtalsperre geplant.
+++12:59+++
Der Rhein-Erft-Kreis hat ein Spendenkonto eingerichtet. Wer den betroffenen Menschen aus dem Kreis auf diese Weise helfen möchte, kann hier mit dem Betreff "Hochwasser" spenden: IBAN: DE72 3705 0299 0142 0012 00 BIC: COKSDE33
+++11:55+++
Noch immer sind in Teilen der von Hochwasser betroffenen Orte die Telefon- und Handyverbindungen ausgefallen. Viele Menschen können deshalb Freunde und Angehörige nicht erreichen und machen sich Sorgen. Der Rhein-Erft-Kreis hat jetzt eine Personenauskunftsstelle eingerichtet. Dort können die Menschen anrufen und Anfragen zu vermissten Personen stellen. Eventuell erfahren sie dort auch den Aufenthaltsort der Gesuchten. Die Nummer: 02271 – 99 54 50.
+++11:03+++
Der weiter sinkende Pegel der Erft sorgt jetzt dafür, dass die Retter zu den Autos auf den Straßen vordringen können, die von den Fluten überschwemmt worden waren. Nach Angaben der Stadt Erftstadt sind Radpanzer der Bundeswehr gerade dabei, Fahrzeuge auf der B265 zu bergen. Demnach wurden bisher keine Personen in den Fahrzeugen gefunden. Es wird geplant die B265 heute zu entwässern. Die K44 ist wieder frei, sodass das Stadtteile Liblar und Lechenich wieder direkt verbunden sind.
+++10:50+++
Aktualisierung der Hilfe-Hotlines
Erreichbar von 8.00-18.00 Uhr
Hotline für Hilfesuchende (Kleidung, Medikamente, Geld etc.) vom Amt für Jugend, Familie & Soziales:
01520-5788879
Bürgertelefon Hochwasserkatastrophe für allgemeine Fragen rund um die Hochwasserkatastrophe:
0163-4093200
Hotline für Angehörige von Vermissten:
wird im Laufe des Tages neu eingerichtet (17.07.2021)
Personen, die Rettung benötigen, wählen bitte zwingend die 112.
+++10:19+++
Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen weiter. Das dürfte viele Menschen entlang der Erft in Erftstadt, Kerpen, Bergheim und Bedburg etwas beruhigen. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt. Über diese Öffnung kann jetzt Wasser kontrolliert abgelassen werden, um den Druck auf dem Bauwerk zu senken. Das Technische Hilfswerk pumpte zusätzlich Wasser ab. Bei einem Bruch des Damms an der Steinbachtalsperre würde es wahrscheinlich zu einer weitere Hochwasserwelle kommen.
17.07.21
+++09:17+++
In Kerpen entspannt sich die Situation. Schon am Freitagnachmittag hatte die Stadt die Evakuierung der Stadtteile Türnich, Balkhausen und Brüggen aufgehoben. Anwohner der Erft nahen Gebiete konnten in Ihre Häuser zurückkehren. Die Qualität des Trinkwassers sei durch die Fluten nicht beeinträchtigt worden.
+++22:00+++
Die Evakuierung in Bergheim wurde mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Aufgrund der neuerlichen Einschätzung der Lage, insbesondere zur Steinbachtalsperre und der zu erwartenden Entwicklung der Pegelstände wird die Evakuierungsanordnung für Bergheim beendet. Alle betroffenen Menschen können somit sofort in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.
+++21:30+++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kommt am Samstag in den von der Unwetterkatastrophe besonders getroffenen Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der NRW-Staatskanzlei besucht Steinmeier am Mittag zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet Erftstadt, wo zahlreiche Häuser und Autos weggespült wurden. Steinmeier will sich in der Feuerwehrleitzentrale ein Bild von der aktuellen Lage machen und mit Rettungskräften sprechen.
+++20:00+++
In Bedburg geben Feuerwehr und der Krisenstab der Stadt Entwarnung: Maßnahmen, die zum Schutz der Menschen vor einer Hochwasserkatastrophe vorgenommen wurden, werden heruntergefahren. Das bedeutet: Alle evakuierten Personen können ab sofort wieder in ihre Häuser und Wohnungen. Alle hochwasserbedingten Straßensperrungen werden aufgehoben. Das Bürgertelefon wird mit sofortiger Wirkung für Bedburg eingestellt.
Die Rettungskräfte bleiben aber weiterhin in Bereitschaft und bitten die BedburgerInnen dringend, sich von der Erft, anderen Fließgewässern und den Böschungen fern zu halten. Durch die Wassermengen, die auch in Bedburg fließen, sind die Bereiche in Ufernähe hochgefährlich.
+++19:55+++
In Erftstadt sind aktuell 6 Hubschrauber und 35 Boote im Einsatz, um Menschen aus überfluteten Bereichen zu retten. Insgesamt wurden bisher schon 280 Leute gerettet, allein 106 aus Blessem. Die Stadt rechnet mit Todesopfern, bisher wurde aber noch kein Leichnam entdeckt. Experten haben die Luxemburgerstraße in dem Bereich mit Sonargeräten abgesucht und fast 30 Autos unter dem Wasser entdeckt, dort laufen auch Öl und Chemiekalien aus.
+++18:05+++
Insgesamt sind die Pegel bei uns in der Region aktuell stabil oder sinken sogar leicht, aber die Behörden geben noch keine Entwarnung. Vielen Menschen, die vorsorglich aus ihren Häusern und Wohnungen raus mussten, steht eine weitere Evakuierungsnacht bevor. Man halte die Maßnahmen aufrecht, heißt es von den Behörden. Sobald es verantwortungsvolle, verbindliche Einschätzungen von Experten gebe, werden man informieren, sagt zum Beispiel die Stadt Bergheim. Außerdem gibt es immer wieder Gerüchte, dass Trinkwasser im Kreis verunreinigt ist, das sei ein Gerücht. In Erftstadt ist allerdings das Abwassernetz gestört, weil die Kläranlage in Köttingen, die viele Orte bedient, außer Betrieb ist. Deswegen sollen die Menschen in ganz Erftstadt so wenig Abwasser wie möglich produzieren.
+++16:35+++
In Erftstadt-Blessem scheinen wohl keine Menschen mehr auf Hilfe zu warten. Aus dem Krisenstab heißt es gerade eben: man habe mit Strömungsrettern und Hubschraubern seit der Nacht 110 Menschen von dort gerettet und jetzt sei wohl niemand mehr im Gefahrenbereich. Allerdings sind viele Häuser ganz oder teilweise eingestürzt, möglicherweise wurden dort Menschen verschüttet. Die Behörden rechnen mit mehreren Toten, aber offiziell gefunden wurde im gesamten Rhein-Erft-Kreis bisher wohl noch niemand, es gebe keine bestätigten Toten, heißt es. Damit widerspricht der Kreis Meldungen über eine tote Person.
+++16:11+++
Kleiner Lichtblick in Erftstadt: Nachdem das Gas in fast der ganzen Stadt aus Sicherheitsgründen abgestellt werden musste, gibt es jetzt seit Freitagmittag zumindest in einigen Stadtteilen wieder Gas, heißt es von der GVG. Versorgt sind wieder Ahrem, Borr, Erp, Friesheim und Niederberg. Weiter ohne Gas sind die Ortsteile Lechenich, Bliesheim, Blessem, Herrig und Konradsheim, heißt es vom Energieunternehmen. Wie lange ist aktuell noch unklar und wird ständig mit dem Krisenstab des Kreises, Polizei und Feuerwehr abgestimmt. Die GVG bittet außerdem nur bei Gasgeruch oder bei einem Schaden am Gas-Hausanschluss die Störungshotline anzurufen. Denn die Mietarbeiter seien alle im Einsatz und die Telefone völlig überlastet. In Teilen von Erftstadt gibt es auch wieder Strom. Vom Energieunternehmen Westnetz heißt es, große Teile von Lechenich sind am Freitagnachmittag wieder am Netz, bis auf vier Stationen. Und auch in Dirmerzheim gibt es wieder Strom. Weiter ohne Licht und Energie sind dagegen Liblar, Blessem und Frauenthal. Hier sind die Reinigung und die Prüfung der elektrischen Anlagen noch in vollem Gange. Viele Ortsnetzstationen sind wegen des Hochwassers aber aktuell nicht einsetzbar, heißt es.
+++15:27+++
Der Kreis und die Stadt Erftstadt haben Hotlines eingerichtet, an die sich Menschen aus dem Rhein-Erft-Kreis wenden können, wenn sie Fragen rund um die aktuelle Situation haben. Die verschiedenen Hotlines findet Ihr hier:
Hotline Bürgertelefon vom Kreis: 02271 8322222
Hotline für Angehörige die jemanden vermissen: 0800 6565651; 0800 2210001
+++15:09+++
Handy und Internet laufen in den Hochwassergebieten nicht mehr stabil.Grund ist der fehlende Strom: er wurde vorsorglich abgestellt. Die drei großen Netzbetreiber Telekom, O2 und Vodafone versuchen nach eigenen Angaben alles, um die Stationen wieder zum Laufen zu bringen. Allerdings sind einige noch nicht wieder zu erreichen, andere sind durch Wasser und Schlamm zerstört. Und selbst wenn sie wieder Laufen, benötigen die Stationen Strom. Der kann nur bedingt aus Akkus und Notstromaggregaten kommen.
+++14:21+++
In Erftstadt-Blessem versuchen Retter weiterhin Menschen aus ihren überfluteten Häusern zu holen. Laut Krisenstab hat das Priorität, während eingestürzte Häuser aktuell nicht nach Verschütteten oder Toten abgesucht werden. Fast überall begeben sich die Retter in Lebensgefahr, denn die Flut hat Erdrutsche ausgelöst, die Strömung ist teils extrem stark und viele Bereiche sind einsturzgefährdet. Die Bezirksregierung geht davon aus, dass in Blessem Menschen gestorben sind, aber gefunden wurde bisher niemand.
+++13:23+++
Die Stadt Köln hat freistehende Flüchtlingsunterkünfte für die Versorgung von Evakuierten aus dem Umland geöffnet.Oberbürgermeisterin Reker sagte, aktuell seien die ersten 80 Menschen aus Erftstadt auf dem Weg nach Köln. Köln habe Platz in den Unterkünften und werde diese nutzen, um zu helfen, sagte Reker. Nach unseren Informationen könnten alleine heute über 200 Menschen aus dem Umland in Köln aufgenommen werden. Außerdem kündigte Reker an, einen Koordinator für Sach- und Finanzhilfen für die Region einzusetzen. Reker bedankte sich erneut bei den Einsatzkräften der Kölner Feuerwehr.
Bis zu 250 Einsatzkräfte von FW und THW sind im Umland im Einsatz. Kölner FWL hätten alleine gestern 11 Menschen im REK aus den Fluten gerettet.
+++12:35+++ Die Stadt Erftstadt teilt über Facebook mit: "Derzeit kursiert das Gerücht, dass das Trinkwasser in Erftstadt verunreinigt sei, da Fäkalbakterien durch einen Rückstau im Klärwerk in diese gelangen. Die Frischwasserversorgung in Erftstadt ist nicht beeinträchtigt. Das Trinkwasser kann bedenkenlos getrunken werden."
+++11:15+++
Infos aus der Pressekonferenz in Erftstadt mit Feuerwehrleiter Alexander Kern und Bürgermeisterin Carolin Weitzel:
In Blessem, wo weitere Häuser einsturzgefährdet sind, liegt der Fokus weiter auf der Rettung von Menschenleben. Das hat Feuerwehrleiter Alexander Kern auf der Pressekonferenz noch einmal bestätigt. Hier sind Rettungskräfte weiter im Boot und in der Luft im Einsatz. Auch Strömungsretter suchen weiter nach Menschen, die eventuell noch in ihren Häusern feststecken.
Wie viele Häuser in der vergangenen Nacht schon unterspült, ganz oder teilweise zerstört und in die dahinterliegende Kiesgrube mitgerissen wurden, ist noch nicht klar. Dazu werten die Einsatzkräfte gerade noch Luftbilder aus.
Auch ist noch nicht klar, wie viele Menschen in den Wassermassen in Erftstadt ums Leben gekommen sind. Eine Person konnte laut Feuerwehrleiter Kern bereits tot geborgen werden, er rechnet aber mit weiteren Opfern. Denn es sei einerseits noch nicht klar, wie viele Menschen in den Häusern in Blessem waren, die bereits eingestürzt sind. Außerdem könne man auch noch nicht sagen, ob es alle Autofahrer auf der A1, der A61, der Luxemburger Straße und umliegenden Straßen rechtzeitig aus den Autos geschafft haben, als sie da gestern vom Wasser überrascht wurden.
Eine Prognose für den weiteren Verlauf der Lage abzugeben sei ebenfalls schwer. Bürgermeisterin Carolin Weitzel sagt dazu: „Die weitere Lage ist davon abhängig, ob die Steinbachtalsperre und Rurtalsperre halten werden. Wenn diese nicht halten, damit planen wir auch, werden wir hier mit einer Flutwelle rechnen müssen, die Erftstadt dann binnen weniger Stunden überschwemmt. Wir haben hierfür auch weitere Einsatzkräfte und Material angefordert und überlegen auch strategisch, ob wir die Gewässer umleiten können.“
+++11:12+++Die Pegelstände der Erft sind im Stadtgebiet Bedburg während der Nacht nur geringfügig gestiegen. Damit ist die aktuelle Hochwassersituation in Bedburg weiter vergleichsweise ruhig. Die Retentionsflächen in Kerpen-Mödrath nehmen das Wasser bisher so gut auf, dass Bedburg offenbar von größeren zusätzlichen Wassermengen verschont bleibt. In Abstimmung mit dem Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises, werden die bislang getroffenen Evakuierungen der AnwohnerInnen in Bedburg direkt an der Erft dennoch aus Sicherheitsgründen beibehalten. Während der Nacht- und frühen Morgenstunden haben die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr und des städtischen Bauhofs weitere vorsorgliche Maßnahmen getroffen, die bei einer Verschärfung der Situation vor Ort umgesetzt würden (Sandsäcke befüllen, Sperrungen, Evakuierungsplanungen etc.). Die KollegInnen der Wasserrettung DLRG sowie weitere Rettungskräfte ruhen sich nach ihren Einsätzen in den stark betroffenen Hochwassergebieten in den vorbereiteten Unterkünften in Bedburg aus und werden hier versorgt. Das Bürgertelefon ist weiterhin unter 02272 402 800 zu erreichen.
+++11:07+++Im Bereich der evakuierten Gebiete nahe der Erft in Balkhausen brach das Wasser heute Nacht in Keller und Häuser ein. Die Feuerwehr bittet um Verständnis, dass ein Leerpumpen der gefluteten Gebäude derzeit nicht möglich ist. Da das Erdreich in diesem Bereich stark aufgeweicht ist, könnte aktuell ein Leerpumpen und damit eine Verringerung des Druckes auf die Gebäude statisch schlimmere Auswirkungen mit sich bringen als ein Verbleib des Wassers. Evakuierte Personen dürfen trotz des rückläufigen Wassers bis auf Weiteres noch nicht in ihre Häuser zurückkehren. Zur Sicherheit sollen die Gebäude zunächst statisch begutachtet werden, bevor eine Freigabe zur Rückkehr für die Bewohner möglich sein wird. Zudem bleibt noch die aktuelle Entwicklung am Oberlauf der Erft mit ihren Zuflüssen abzuwarten. Die Straßensperrungen im Bereich Balkhausen, Brüggen, Türnich bleiben weiterhin bestehen. Auch Brückenbauwerke und Straßen im betroffenen Bereich müssen vor einer Aufhebung der Sperrungen bautechnisch untersucht werden.
+++10:50+++Von der Bezirksregierung verbreitete Luftbilder aus Erftstadt-Blessem und Fotos von dpa-Fotografen zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Häuser wurden mitgerissen und verschwanden. Autos lagen in neu entstandenen riesigen Erdlöchern neben Betonteilen der ehemaligen Kanalisation. Seit 10 Uhr läuft eine Pressekonferenz zur Lage in Erftstadt. Neueste Infos folgen.
+++10:25+++ In Blessem hat es auch Berichte über Gasaustritt gegeben – das ist jetzt nicht mehr möglich. Die GVG Rhein-Erft hat den Ort vom Netz genommen – und vorsorglich noch weitere. Auch in Lechenich, Konradsheim, Ahrem, Borr, Erp, Niederberg, Friesheim und Bliesheim ist die Gasversorgung vorsichtshalber abgeriegelt worden. Mitarbeiter der GVG seien vor Ort, um sich laufend ein Bild von der Lage zu machen. Weitere Infos gibt es auf der Homepage des Unternehmens.
+++9:57+++In die Innenstadt in Lechenich fließt gerade Wasser. Menschen versuchen mit Sandsäcken das Wasser aus den Häusern zu halten.
+++9:56+++Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind Menschen ums Leben gekommen. "Es gibt Todesopfer", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen.
+++9:36+++Evakuierung in Bergheim wurde durchgeführt. Lage bleibt angespannt. Aktuell ist noch nicht abzusehen, wann Menschen in ihre Häuser zurückkehren können. In den drei bereitgestellten Unterkünften in Bergheim ist zunächst für alles Notwendige gesorgt. Sobald die Stadt Entwarnung geben kann, werden die Betroffenen vor Ort natürlich sofort informiert. Aktuell befinden sich rund 100 Personen in den bereitgestellten Unterkünften. Die Unterkünfte sind: Betroffene aus Paffendorf und Bergheim werden im MEDIO.RHEIN.ERFT untergebracht, Betroffene aus Zieverich werden in der Dreifachsporthalle des Gutenberg Gymnasiums untergebracht und Betroffene aus den Stadtteilen Quadrath-Ichendorf und Ahe werden im Bürgerhaus in Quadrath-Ichendorf untergebracht. Andere Bergheimer Stadtteile sind aktuell nicht betroffen. In einem von der Evakuierung betroffenen Bereich haben wir auch eine städtische Kita zunächst für den heutigen Tag geschlossen. Das betrifft aktuell die Kita Tummelkiste im Dänischen Weg. Notbetrieb für diese Einrichtung haben die Kitas Abenteuerland in der Meißener Straße sowie die Kita Rappelkiste in der Rilkestraße.
16.07.21
+++06:23+++In Erftstadt-Blessem verschärft sich die Lage. Das anhaltende Hochwasser der Erft hat dafür gesorgt, dass zahlreiche Häuser unterspült worden sind – mit dramatischen Folgen. Der Krisenstab des Kreises meldet, dass schon etliche Gebäude teilweise oder komplett eingestürzt sind. Ob dabei auch Menschen zu Schaden gekommen sind, ist noch nicht klar. Außerdem wird ein Gasaustritt gemeldet. Eigentlich sollte Blessem bereits komplett evakuiert sein. Allerdings seien einige Bewohner wohl wieder zurück gekommen, oder hätten ihr Zuhause gar nicht erst verlassen. Viele kommen jetzt auch nicht mehr weg, weil die Wassermassen in den Straßen stehen. Eine Rettung per Boot sei nur noch zum Teil möglich. Die Luftrettung musste am Abend vorübergehend eingestellt werden. Es gibt aber auch gute Nachrichten – besonders für die Einsatzkräfte, die teils seit vielen Stunden im Einsatz sind. Sowohl von der Bezirksregierung als auch auch anderen Landesteilen seien mittlerweile Kollegen eingetroffen um zu unterstützen. Die Zusammenarbeit laufe sehr gut, sagt der Kreis.
+++23:00+++ Bewohner entlang der Erft in Bergheim, Kerpen und Bedburg wurden im Laufe des Tages evakuiert. Ein deutliches Ansteigen des Erft-Pegels konnte laut Krisenstab des Kreises zum Glück bisher nicht beobachtet werden. Oberhalb von Erftstadt droht jedoch ein Regenrückhaltebecken nachzugeben, das könnte die Erft ansteigen lassen. Deshalb dürfen die Bewohnerinnen und Bewohner vorerst nicht in ihre Häuser zurück, solange es keine Entwarnung gibt. Die Einsatzkräfte beobachten und kontrollieren die Lage. In Erftstadt und im Wesselinger Süden wird die Feuerwehr die Nacht über weiter vollgelaufene Keller leerpumpen. Über den Tag hinweg sind weitere 700 Einsätze hinzu gekommen, sodass die Feuerwehr kreisweit aktuell 2700 Unwetter-bedingte Einsätze zählt. Ein Problem gab es den Tag über laut Kreis auch mit sogenannten Hochwassertouristen. Sie haben teilweise die Arbeit der Rettungskräfte behindert, sich selbst ins Gefahr gebracht und Deiche zusätzlich geschädigt.
+++21:30+++ In Bedburg wurden 70 Anwohnerinnen und Anwohner vorsorglich evakuiert, die meisten von ihnen konnten privat unterkommen. Die Bedburger Feuerwehr kontrolliert alle 30 Minuten die Pegelstände, um gegebenenfalls eingreifen zu können. Ein 70 Personen und 14 Boote starker Wasserrettungszug hat in Bedburg seine Basisstation eingerichtet. Das Hochwasser der Erft hat erste Gebäude in Balkhausen erreicht. Alle Straßen in Richtung Erft im Bereich Balkhausen, Brüggen und Türnich wurden gesperrt. Eine verlässliche Prognose über die weitere Entwicklung der Hochwasserlage ist laut Stadt Kerpen derzeit nicht möglich. Nach wie vor sollten die gefährdeten Bereiche unbedingt gemieden werden. Es besteht Lebensgefahr. Die Stadt bittet darum, dringend den Katastrophentourismus zu unterlassen.
+++21:00+++ Der Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises beurteilt die Lage aktuell als kritisch, aber stabil. Alles entscheidend sei jetzt, dass das Regenrückhaltebecken in Niederberg und die Steinbachtalsperre weiter südlich bei Euskirchen den Wassermassenstand halten. Vor dem Hintergrund bitten die Behörden weiter eindringlich, nicht auf die Wälle und Deiche zu gehen, um Fotos zu machen. Denn das könne die durchweichten Deiche, die ohnehin schon total instabil seien, weiter schädigen und so möglicherweise Deichbrüche auslösen. Wenn es nicht noch mal stark regnet, hoffen die Verantwortlichen, dass sich die Pegel dann langsam abbauen.
+++20:50+++ Im Bereich Erftstadt gibt es gerade massive Probleme an den Deichen im Überflutungsgebiet. Laut dem Krisenstab des Rhein-Erft-Kreises laufen dort verstärkt Menschen herum, um sich das Hochwasser anzusehen. Das ist laut den Verantwortlichen extrem gefährlich, weil die Leute die Deiche, die ohnehin schon total instabil sind, weiter schädigen und so möglicherweise Deichbrüche auslösen. Die Behörden bitten eindringlich: Kommen Sie nicht dorthin!
+++20:05+++ Angesichts massiver Überflutungen werden in der gesamten Region immer mehr Autobahnabschnitte großräumig gesperrt. So zum Beispiel die A4 vom Kreuz Köln-West bis zum Kreuz Kerpen und die A61 ab Weilerswist bis Bergheim dicht. Und gesperrt sind auch die A1 zwischen Erftstadt und Blankenheim, die A553 und die A3 zwischen Kreuz Leverkusen und Burscheid. Viele Hauptdurchfahrtsstraßen sind auch gesperrt, zum Beispiel die Luxemburger Straße Richtung Erftstadt ab dem Bleibtreusee.
+++19:45+++ In Teilen von Bergheim laufen weiterhin Evakuierungen. Da die Gefahrenlage laut Stadt weiterhin besteht und von steigendem Pegel der Erft auszugehen ist, werden ausgewählte Adressen/Straßenzüge an der Erft aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. Soweit eine private Unterbringung nicht möglich ist, wird diese wie folgt aufgeteilt: Betroffene aus Paffendorf und Bergheim werden im MEDIO.RHEIN.ERFT untergebracht, Betroffene aus Zieverich werden in der Dreifachsporthalle des Gutenberg Gymnasiums untergebracht und Betroffene aus den Stadtteilen Quadrath-Ichendorf und Ahe werden im Bürgerhaus in Quadrath-Ichendorf untergebracht. Andere Bergheimer Stadtteile sind aktuell nicht betroffen. Es werden zudem aktuell zwei Autobahnen aufgrund der eingetretenen Wassermengen und der damit zusammenhängenden Gefahrenlage zunächst gesperrt: A 4 ab Kreuz Köln West bis Kreuz Kerpen und A 61 ab Weilerswist bis Bergheim.
+++19:08++ In Bedburg sieht es laut Stadt bisher noch ganz gut aus, möglicherweise bleibt die Stadt komplett vom Hochwasser verschont. Der Krisenstab ist aber nach eigenen Angaben auf alles vorbereitet.
+++18:08+++ Hochwassergefahr Kerpen, Bergheim, Bedburg: Der Erftverband sagt, dass der Nordkreis im Moment noch durch die Grundwasserabsenkung durch den Tagebau geschützt wird. Im Bereich Kerpen tritt das Wasser über die Ufer, aber läuft von da nur in den Wald und versickert. Laut den Experten handelt es sich um bis zu 40.000 Liter pro Sekunde, die so abfließen können. Grundsätzlich sagt der Krisenstab aber: Kerpen, Bergheim und Bedburg sollen weiterhin Evakuierungsmaßnahmen einleiten. Es besteht demnach extreme Gefahr von Hochwasser durch möglichen Dammbruch entlang der Erft. Alle bloß weg vom Ufer, da können sich plötzlich reißende Strömungen entwickeln. Auch in den Keller sollte man nicht mehr gehen und tiefergelegene Unterführungen, Tunnel usw. entlang der Erft meiden.
+++18:00+++Viele von Euch möchten helfen! Eine offizielle Anlaufstelle die Ihr anlaufen könnt, gibt es aktuell noch nicht. Die Stadt Erftstadt hat auf die Schnelle eine Facebook-Gruppe erstellt, in denen Ihr Euch koordinieren könnt. Die Gruppe findet Ihr hier.
+++ 17:31 Uhr +++ Kerpen evakuiert jetzt auch: Betroffen sind aktuell die Ortsteile, welche unmittelbar an die Erft angrenzen. Besonders betroffen sind Brüggen, Balkhausen und Türnich. Zuerst evakuiert werden da die erftnahen Bereiche. Personen, die nicht woanders unterkommen können, werden in der Mehrzweckhalle Brüggen und der Erfthalle Türnich untergebracht.
+++ 17:16 Uhr +++ Die Lage wird immer unübersichtlicher – Behörden und Einsatzzentralen sind teils nicht mehr erreichbar oder können angesichts der chaotischen Lage keine Auskünfte mehr geben. Allerdings gibt es jetzt auch Probleme mit dem Klärwerk in Köttingen. Es wurde abgeschaltet und Abwasser mit Fäkalien staut sich zurück. Weil das Klärwerk auch für andere Orte in Erftstadt zuständig ist, bittet die Stadt alle Menschen in der ganzen Stadt, so wenig Wasser wie möglich zu verbrauchen. Es könnte sich sonst Abwasser durch die Abläufe wieder hoch drücken.
+++ 16:28 Uhr +++Gute Nachrichten von den angeforderten Strömungsrettern der Kölner Feuerwehr: Die vier vermissten Personen in Bliesheim konnten nach drei Stunden gerettet werden. Zwei Feuerwehrleute wollten nach Behördenangaben Hilfe leisten und gerieten selbst in Not. Alle vier stürzten in die Wassermassen und hielten sich an Ästen und Treibgut fest, bis die Strömungsretter kamen. Ein Retter musste sich dann mit dem Opfer zusammen mehrere hundert Meter abtreiben lassen, und dann wurden die beiden mittels Winde in den Hubschrauber gehoben.
+++ 16:21 Uhr +++ Landrat Rock spricht angesichts der Lage von einer Krise, deren Dimensionen jetzt noch gar nicht abschätzbar seien. Der CDU-Politiker ist gerade auf dem Weg in den Kreis, er hat seinen Urlaub in Frankreich abgebrochen und fährt jetzt mit einem Mietwagen zurück.
+++ 16:17 Uhr +++ Die Hochwasserwelle rollt jetzt auf Kerpen, Bergheim und Bedburg zu.Die Stadt Kerpen warnt vor einem möglichen Dammbruch entlang der Erft und appelliert an alle Einwohner: "Halten Sie sich nicht im Uferbereich entlang der Erft auf. Es besteht die Gefahr einer reißenden Strömung! Halten Sie sich nicht in Kellerräumen auf!" Ähnliche Warnungen kommen auch aus Bergheim. Man soll sich und sein Hab und Gut in Sicherheit bringen, Autos zum Beispiel aus Tiefgaragen holen. Der Erftverband erwartet aber, dass es dort nicht so dramatisch wie in Erftstadt wird und auch Bedburg hofft, dass es dort halbwegs glimpflich wird.
Viel Handlungsspielraum gibt es aber nicht – alle verfügbaren Kräfte bei uns sind im Einsatz und tun, was ihnen möglich ist. In vielen Ortslagen von Erftstadt gerät die Lage immer weiter außer Kontrolle, das Wasser überflutet immer mehr Straßenzüge. In Bliesheim werden vier Menschen vermisst, Strömungsretter der Kölner Feuerwehr samt Hubschrauber wurden angefordert. Immerhin: Der Erftverband glaubt, dass das Regenrückhaltebecken in Niederberg vermutlich doch halten wird, so dass der Rotbach Niederberg, Ahrem und Friesheim nicht so massiv überfluten wird wie vorhin noch gedacht. Das Erftsttädter Krankenhaus muss evakuiert werden, es steht einen halben Meter unter Wasser. Weil Fahrzeuge nicht mehr dorthin kommen, werden die Patienten in höhere Stockwerke transportiert und per Hubschrauber in Sicherheit gebracht. Die Ortsteile Blessem und Bliesheim werden auch evakuiert.



