
Rhein-Erft: Religionslehrer hadern mit ihrer Kirche
Fassungslos, hilflos, resigniert und geschockt. - Mit diesen Worten hat sich die Vereinigung der katholischen Religionslehrer im Erzbistum Köln an die Öffentlichkeit gewandt. Die Lehrer beklagen die vielen Fälle von sexuellem Missbrauch in der Kirche und wie das Kölner Erzbistum bisher damit umgegangen ist.
Veröffentlicht: Montag, 14.03.2022 07:58
Viele Religionslehrer können sich mit der Kirche so nicht mehr identifizieren, sagt Dirk Steinberg. Er unterrichtet am Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Wesseling und engagiert sich im Vorstand der Religionslehrervereinigung. "Viele Kollegen sind verstört, weil sie bis ins Innere von den Missbrauchsfällen getroffen sind." Auch wenn es in den Reihen der Religionslehrer laut der Vereinigung rumort, haben bisher nur wenige Lehrer ihren Lehrauftrag zurückgegeben. Nach Zahlen der Kölner Bezirksregierung waren es seit 2020 NRW-weit 21 von insgesamt mehr als 4.900 Lehrern für katholische Religion. Auch die Anzahl der Schüler im Fach katholische Religion sei relativ konstant. Die Religionslehrervereinigung fordert unter anderem schnelle Klarheit rund um die Person von Kardinal Woelki und mehr Dialogbereitschaft innerhalb der Kirche. Ein "Weiter so" habe keine Zukunft.