Rhein-Erft: Nächster Castor-Transport erfolgt
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.04.2026 06:09
Mit großem Polizeiaufgebot haben die Behörden einen weiteren Castor-Behälter mit Atommüll aus unserem Nachbarkreis Düren ins Münsterland geschafft. Der Transport fand in der Nacht statt. Am Versuchsreaktor in Jülich gab es wieder Proteste.

Demonstranten blieben friedlich
In der Nacht auf Mittwoch ist wieder hoch radioaktiver Atommüll mit großem Polizeiaufgebot durch Nordrhein-Westfalen gefahren worden. Der Tross mit dem Castor-Behälter ist ganz bei uns in der Nähe in Jülich gestartet und fuhr dann über die Autobahn an Kerpen, Elsdorf, Bergheim und Bedburg vorbei Richtung Münsterland. Der Castor traf am frühen Morgen im Zwischenlager Ahaus ein, besondere Vorkommnisse gab es nicht.
Wie schon beim ersten Castor-Transport vor vier Wochen demonstrierten aber an verschiedenen Punkten Atomkraftgegner. Unter anderem gab es in Jülich eine Mahnwache – die rund 20 Teilnehmer finden die Transporte konzeptlos, überflüssig und gefährlich. In den nächsten Monaten sollen noch 150 Behälter mit Brennelementkugeln aus dem Forschungszentrum Jülich nach Ahaus gebracht werden.
Was ist das für Atommüll?
In den Behältern sollen insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus einem Versuchsreaktor transportiert werden. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb. Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Castor-Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten.


