Anzeige
Rhein-Erft: Karneval ja, aber mit vielen Fragezeichen
© Radio Erft/Dominik Becker
Teilen:

Rhein-Erft: Karneval ja, aber mit vielen Fragezeichen

Keine zwei Monate mehr, dann startet bei uns im Rhein-Erft-Kreis die neue Karnevalssession. Doch wie kann diese in der aktuellen Situation ablaufen? Das Corona-Virus ist noch da. Dazu kommen die Sorgen rund um die steigenden Energiekosten. Wir haben bei den Karnevalsgesellschaften nachgefragt.

Veröffentlicht: Freitag, 16.09.2022 03:52

Anzeige

Bei der Neuen Pulheimer Karnevalsgesellschaft von 1973 gibt man sich gerade zuversichtlich. Wenn alles erlaubt sei, dann wolle man seine Veranstaltungen durchziehen. Dazu zählt unter anderem eine Sitzung mit über 630 Plätzen im Januar. Doch was für Auflagen noch alles auf die KG zukämen, das wisse man jetzt noch nicht, so ein Sprecher auf Radio Erft-Anfrage. Außerdem wisse man auch heute noch nicht, ob man die Sitzung ausverkauft bekomme.

Ähnlich optimistisch ist gerade auch die Prinzengarde Rot-Weiß aus Hürth von 1947. Man plane die Session 'ganz normal', so ein Sprecher auf Sender-Anfrage. Seit dem Mai verkaufe man Karten für die verschiedenen Sitzungen. Vor der Pandemie sei man allerdings verwöhnt gewesen. Damals waren Sitzungskarten von jetzt auf gleich ausverkauft. Aktuell müsse man zum ersten Mal Werbung für seine Formate machen. Das sei aber auch eine Chance, die Gesellschaft nochmal neu in die Öffentlichkeit zu stellen. Das Kaufverhalten habe sich in den vergangenen beiden Jahren schon geändert. Unsicherheit gibt es natürlich auch: Man habe gelernt mit verschiedenen Situationen umzugehen. Dennoch könne man nicht die Kugel schauen, was noch so alles an Vorschriften und Auflagen komme.

Die Große Wesselinger Karnevalsgesellschaft hat ebenfalls die Planungen für die neue Session aufgenommen. Groß sei die Vorfreude, hieß es von einem Sprecher. Den Auftakt gebe es schon am 3. Oktober bei einem Mitsing-Abend, quasi ein Einsingen in die Session, obwohl der 11.11. noch ein bisschen entfernt ist. Seit 1950 stellt die KG einen Kinderprinzen. In diesem Jahr werde es erstmals eine Kinderprinzessin geben. Für die Sitzung am 21. Januar 2021 mache man sich gerade keine Sorgen. Natürlich gebe es immer ein Risiko, dass vielleicht wieder wegen der steigenden Inzidenzen eine Veranstaltung abgesagt werden könnte. Dann habe man wahrscheinlich das Problem, dass man auf den Kosten sitzen bleibe. Im vergangenen Jahr wurde vom Land NRW ein Hilfsfond aufgelegt. Fakt sei, man müsse schon mehr Aufwand betreiben, eine Sitzung voll zu bekommen. Das sei vor Corona anders gewesen, so der Sprecher.

Bei den Bedburger Rittern läuft es gerade nicht anders: Vorfreude ja. Planungen ja. Unsicherheit: ebenfalls ja. In Sachen Kartenvorverkauf habe man gerade den Vorteil, dass man die Karten für Sitzungen aus der vergangenen und abgesagten Session übertragen habe, so ein Sprecher der Gesellschaft. In der neue Session freue man sich darauf das Dreigestirn der Stadt Bedburg zu stellen. Außerdem feiere man 85. Geburtstag. Am 18. November wird das Dreigestirn feierlich proklamiert, am 19. dann das große Jubiläum gefeiert. Für diese Feier merke man die Unsicherheit und die Zurückhaltung der Leute, denn: der Kartenvorverkauf für die Geburtstagsfeier laufe schleppend. Das liege allerdings auch daran, dass man erst im Juni mit dem Kartenvorverkauf begonnen habe. Die Pandemie habe ebenfalls ihre Spuren hinterlassen.

Die Ehrengarde der Stadt Frechen von 2001 plant nach eigenen Angaben "mit Vollgas voraus". Wie uns ein Sprecher mitteilte, entweder alles statt oder man müsste eben wieder Absagen rechnen. Was man im Vergleich zu den Vorjahren jetzt schon merke, so der Sprecher, dass die Mieten für Säle und Veranstaltungshallen tatsächlich schon gestiegen seien. Er sprach von einem Anstieg von 20 bis 25 Prozent. Geld verdienen mit einer Veranstaltung, einer Sitzung, sei ganz ganz schwierig. Auch mit Blick auf die gestiegenden Kosten, zum Beispiel bei den Getränken und Lebensmitteln im Einkauf. Die Inflation sei spürbar. Aber man wolle der Gesellschaft endlich wieder was bieten, man müsse endlich wieder was machen. Was die Verträge mit Bands, Rednern und Tanzgruppen angehe, da würden jetz die Veträge der vergangenen beiden Jahren abgerufen. Die habe man schieben können. Die Energiekrise mache aktuell allerding weniger Sorgen, als die Corona-Pandemie. "Wenn einer ankommt und sagt ihr müsst absagen - davor haben wir am meisten Angs", so er Sprecher der Prinzengarde. Das sei ein großer Risiko- und Unsicherheitsfaktor.

Anzeige
Anzeige
Anzeige