Rhein-Erft: Erster Corona-Prozess im Fall Ischgl startet

Wenn am Freitag der erste Prozess rund um die Corona-Fälle, die ihren Ursprung in Ischgl hatten, startet, gucken auch Betroffene aus dem Rhein-Erft-Kreis zum Landesgericht nach Wien. Denn auch Reisende aus dem Kreis sind im März 2020 infiziert aus Ischgl zurückgekommen, ein Pulheimer starb.

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Betroffene aus Deutschland, Belgien, der Niederlande oder Großbritannien fordern jetzt Schadensersatz von der Republik Österreich. So hätten die Behörden die Urlauber zu spät gewarnt, Après-Ski-Bars zu spät geschlossen und so für eine unorganisierte Abreise gesorgt, heißt es vom Verbraucherschutzverein in Wien. Er vertritt viele Kläger. Gerade diese chaotischen Bedingungen bei der Abreise hätten zur europaweiten Ausbreitung des Virus gesorgt. Im ersten Prozess klagen jetzt eine Witwe und ihr Sohn auf 100.000 Euro Schmerzensgeld, nachdem ihr Mann nach der Rückkehr aus Ischgl an Corona gestorben ist. Bis zu 3000 mögliche Ansprüche an die Republik Österreich erwartet der Verbraucherschutzverein. Aufgrund der großen Anzahl soll das Gericht jetzt zunächst klären, ob diese durch Vergleichsverhandlungen gelöst werden können.

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