
Rhein-Erft: Erste Bilanz des Starkregens
1830 – so viele Einsätze hat die Feuerwehr Leitstelle bis zum frühen Donnerstagmorgen (3 Uhr) gezählt. Der Starkregen, der seit Mittwochmorgen über den Rhein-Erft-Kreis gezogen ist, hat alle Rettungskräfte, aber auch viele Menschen ans Limit gebracht.
Veröffentlicht: Donnerstag, 15.07.2021 04:54
In den meisten Fällen handelte es sich bei den Notrufen um voll gelaufene Keller oder überflutete Straßen. Stark betroffen von den Wassermassen war auch das Dreifaltigkeits-Krankenhaus in Wesseling. Hier wurden einige Patienten auf der Intensivstation vorsorglich verlegt – ein Notstromaggregat wurde angefordert. Ein möglicher Brand in der Unterführung am Bahnhof entpuppte sich als Kurzschluss. In Erftstadt sorgte ein Stromausfall für viel Arbeit – stellenweise ist die Versorgung noch immer gestört. Außerdem ist eine Flüchtlingsunterkunft wegen Überschwemmung unbewohnbar. Im Chemiepark Hürth-Knapsack ist am Nachmittag die zentrale Abwasserbehandlungsanlage übergelaufen. Die Abwässer flossen gemeinsam mit Regenwasser nach Alt-Hürth. Anwohner berichteten anschließend über Hautreizungen. Mittlerweile konnte der Abfluss laut Chemiepark gestoppt werden.
Bahnverkehr mit erheblichen Störungen
Die Bahnstrecke Köln - Wuppertal - Hagen - Dortmund ist derzeit nicht befahrbar. Der Hauptbahnhof Hagen sei wegen eines Wassereinbruchs gesperrt. Auch auf der Strecke von Köln nach Koblenz über Bonn Hauptbahnhof könnten keine Züge fahren. Erhebliche Einschränkungen gebe es zudem auf der Strecke von Köln nach Dortmund durchs Ruhrgebiet. Züge aus dem Norden und Osten endeten in Münster, Hamm und Dortmund. Aus dem Süden endeten die Verbindungen in Koblenz oder Köln.