
Rhein-Erft: Corona sorgt für "Ausbildungsdelle"
Die Corona-Pandemie hat deutliche Auswirkungen auf den Ausbildungsmarkt im Rhein-Erft-Kreis. Nach Angaben der Brühler Agentur für Arbeit suchen bei ihr derzeit noch knapp 300 Jugendliche eine Lehrstelle. Rund doppelt so viele wie vor einem Jahr.
Veröffentlicht: Donnerstag, 29.10.2020 13:54
Dieser Trend zeigt sich auch bei den Ausbildungsverträgen: bis jetzt wurden weniger Verträge abgeschlossen als sonst bis Ende Oktober üblich. Allein bei der Industrie- und Handelskammer beträgt das Minus im Rhein-Erft-Kreis über fünf Prozent. Betroffen ist vor allem der kaufmännische Bereich mit einem Rückgang um 66 abgeschlossenen Ausbildungsverträgen: bis jetzt 788, im Vorjahr 854. In gewerblich-technischen Berufen ist die Zahl dagegen fast konstant geblieben. Bei der Handwerkskammer ist im Rhein-Erft-Kreis die Zahl der Ausbildungsverträge noch deutlicher zurückgegangen. Bislang wurden hier gut 15 Prozent weniger Lehrverträge abgeschlossen als vor einem Jahr. Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist der Corona-Lockdown im Frühjahr, sagen Vertreter der Industrie- und Handelskammer, der Handwerkskammer und der Brühler Agentur für Arbeit. Denn im März und April sind so gut wie keine Verträge abgeschlossen worden. Aber für alle unversorgten Bewerber gilt: sie haben noch gute Chancen, doch noch einen Ausbildungsplatz zu finden. "Es ist noch nicht zu spät. Da geht noch was!" sind sich die Arbeitsmarkt-Experten einig. Bis zum Ende des Jahres könnten Jugendliche einen Lehrvertrag abschließen. Denn die zeitlichen Abläufe haben sich nach ihren Angaben wegen Corona um bis zu drei Monaten nach hinten verschoben.