
Rhein-Erft: Bangen um osteuropäische Erntehelfer
Auch die Landwirte im Rhein-Erft-Kreis spüren erste Auswirkungen des Ukraine-Kriegs. Der Konflikt wirkt sich bei ihnen nicht nur in Form der steigenden Energiepreise aus, sondern auch beim Getreide und möglicherweise auch bei den Erntehelfern.
Veröffentlicht: Montag, 07.03.2022 06:08
Derzeit wissen viele Bauern bei uns nicht, ob sie ihre Leute aus Osteuropa einplanen können. Laut dem Rheinischen Landwirtschaftsverband werden die ukrainischen Studenten, die sonst oft in den Semesterferien auf unseren Feldern arbeiten, vermutlich nicht kommen. Aber auch der Einsatz der Erntehelfer aus Polen und Rumänien ist offen. Einige hätten schon staatliche Post erhalten, mit der Aufforderung, sich für eine Mobilmachung bereitzuhalten. Damit sei völlig unklar, ob diese Leute dann überhaupt ausreisen dürften, sagt der Verband. Und dass einzelne Erntehelfer auch lieber bei ihrer Familie bleiben wollten, sei nachvollziehbar. Vieles hänge jetzt von der Dauer des Kriegs ab – und wie weit er sich ausdehne.
Einige Getreide-Bauern bei uns im Kreis machen derzeit überdurchschnittliche Gewinne wegen des Ukraine-Krieges. Die Preise für Getreide am Weltmarkt explodieren, sagt der Rheinische Landwirtschaftsverband. Denn die Ukraine gehört zu den größten Getreide-Lieferanten der Welt – und Experten gehen davon aus, dass die Ernte in diesem Jahr nicht eingebracht werden kann. Aber freuen können sich die Getreide-Landwirte bei uns nur bedingt, denn gleichzeitig steigen auch die Preise für Düngemittel und die Energiekosten - wie für alle anderen auch. Deswegen kommen auf die Verbraucher wohl auch höhere Endpreise zu. Einen Engpass bei Getreide-Produkten erwartet die Branche aber vorerst nicht. Es werde Waren wie Nudeln und Mehl ganz normal im Supermarkt geben, die Getreidelager der Produzenten seien noch gut gefüllt.