
Region: Große Chance für fünf Projekte zum Strukturwandel
Im Rhein-Erft-Kreis gibt es viele Ideen, wie es nach dem Kohleausstieg weitergehen soll – aber nur ein Bruchteil der Projekte wird tatsächlich auch gefördert. Wie die Zukunftsagentur Rheinisches Revier mitteilt, haben es fünf Projekte in die nächste Runde geschafft.
Veröffentlicht: Dienstag, 01.09.2020 11:41
Mit dabei ist das Vorhaben für den Aufbau eines intelligenten regionalen Energiemanagements, der Food Campus Elsdorf, das AI Village in Hürth, das Großlabor für Spitzenanalytik und die Machbarkeitsstudie für die Stadtbahnverlängerung von Köln über Brauweiler nach Niederaußem. Sie alle gelten als „tragfähige Vorhaben“ im SofortprogrammPLUS. Die Liste wird jetzt von der Landesregierung geprüft. Die nicht ernannten Projekte verschwinden aber nicht in der Schublade. Auch sie sollen umgesetzt werden.
Aufbau eines intelligenten regionalen Energiemanagements „Infrastruktur – Energie – Sicherheit – Innovation“ – Operation Center „QUIRINUS Control“
Die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen muss mit der Versorgungssicherheit des Energienetzes einhergehen, um Schäden auf Seiten der Verbraucher, wie Überspannungsschäden und Stromausfälle, zu vermeiden. Mit dem Verbundprojekt QUIRINUS Control soll aus diesem Grund ein Echtzeit-Monitoring-System im Zeitbereich von unter drei Minuten auf Verteilnetzebene etabliert werden, das die Versorgungsqualität messtechnisch erfasst, visualisiert und KI-basiert analysiert.
Food Campus Elsdorf
Mit dem Food Campus Elsdorf soll auf dem Gelände der ehemaligen Zuckerfabrik ein Forschungs-, Produktions- und Innovationsstandort entstehen, der die Kompetenzen und die Tradition der Lebens- und Futtermittelherstellung nutzt und langfristig die Region im Zukunftsfeld der Bioökonomie stärkt.
AI Village
Mit dem AI Village in Hürth soll ein einzigartiger Campus im Themenfeld künstliche Intelligenz (KI) und Robotik entstehen, um die Ansiedlung von Forschungseinrichtungen, Start-Ups und KI-Laboren etablierter Unternehmen zu fördern. Zentral ist der Aufbau eines Aus- und Weiterbildungszentrums sowie die Errichtung von Projekt- und Erlebnisflächen, um die Anwendung von KI im täglichen Leben und der Wirtschaft (bspw. Supermarkt, Hotel, Parkplätze oder Büros) zu demonstrieren.
Errichtung eines Großlabors für Spitzenanalytik mit bis zu 200 Arbeitsplätzen im Rheinischen Revier
Das enorme Wachstum am Markt für Biopharmazeutika, deren Entwicklung von der Industrie oftmals an spezialisierte, externe Labore vergeben wird, eröffnet durch die Errichtung eines Spitzenlabors die Chance 200 Arbeitsplätze in der Region und langfristig Perspektiven in diesem Zukunftsfeld zu schaffen.
Machbarkeitsstudie für eine Stadtverbindung Bergheim-Niederaußem – Pulheim- Brauweiler – Köln-Widdersdorf mit Anschluss an die vorhandene Stadtbahn in Köln (Linie 4)
Für die Erweiterung der Kölner Stadtbahn nach Brauweiler, Dansweiler, Glessen, Oberaußem und Niederaußem und damit in die Städte Pulheim und Bergheim wurden in einer Vorstudie bereits bestimmte Trassenkorridore geprüft und priorisiert. In einer Machbarkeitsstudie soll nun die konkrete Förderfähigkeit konkreter Trassenalternativen geprüft und ein Betriebskonzept erstellt werden. Hierbei liegt der Fokus auf der Anbindung der Orte an den schienengebundenen ÖPNV und mögliche tragfähige Nachfolgenutzungen der Flächen des Kraftwerks Bergheim-Niederaußem.