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Prozess gegen Kölner Rizin-Bomber gestartet
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Prozess gegen Kölner Rizin-Bomber gestartet

Im Hochsicherheitstrakt des Düsseldorfer Oberlandesgerichts ist am Freitag der Prozess gegen den Kölner Rizin-Bomber und seine Frau gestartet. Die beiden sollen den deutschlandweit ersten Terroranschlag mit einem biologischen Kampfstoff geplant haben.

Veröffentlicht: Freitag, 07.06.2019 03:51

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Zum Auftakt hat die Bundesanwaltschaft etwa eine halbe Stunde lang ihre Anklage vorgetragen. Das Paar sei mit den Vorbereitungen einer mit Rizin verseuchten Streubombe fast fertig gewesen und hätte innerhalb kürzester Zeit handeln können. Der Angeklagte Tunesier haben außerdem einen Treueschwur auf den Anführer des IS abgelegt. Der Anwalt des Angeklagten erklärte, sein Mandant werde sich schweigend verteidigen. Er sehe aber grundsätzlich eine dünne Beweisführung.

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Die Geschichte zum Prozess

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Für die Bombe hatten sie in einer Hochhauswohnung in Chorweiler aus tausenden Rizinus-Samen das Supergift Rizin hergestellt. Als die Polizei im vergangenen Sommer zugriff, bot sich den Beamten ein erschreckendes Bild. Neben vielen Materialien zum Bombenbau fanden sie in der Wohnung fast 85 Milligramm Rizin. Weniger als ein Milligramm gilt schon als tödlich für Menschen. Der 30 Jahre alte Tunesier und seine zum Islam konvertierte deutsche Frau (43 Jahre) wollten die Rizin-Bombe vermutlich an einem geschlossenen und belebten Ort zünden – ob sie schon wussten, wo genau, ist unklar. Laut Anklage hatte das Paar aber schon erfolgreich eine Test-Sprengung gemacht. Außerdem soll der Mann Kontakte zu Terrororganisation IS gehabt haben. Mitglied war er aber nicht. Nach dem Zugriff zeigte sich damals auch NRW-Innenminister Reul entsetzt – er sagte: es hätte der größte Anschlag in Europa werden können, im schlimmsten Fall mit tausenden Todesopfern. Nach Medienberichten soll ein Geheimdienst auf das Ehepaar aufmerksam geworden sein, weil die Internet-Käufe so ungewöhnlich waren. Die Wohnung musste der Vermieter später von Profis dekontaminieren lassen, weil überall giftige Rückstände waren. Dem Ehepaar drohen bis zu 15 Jahre Haft.

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