
Kommunen am Limit-Aktion in Hürth
Am Hürther Rathaus hängt aktuell ein großes gelbes Banner. Unter dem Motto „Kommunen am Limit" beteiligt sich die Stadt am Montag (22. Juni) am bundesweiten Aktionstag. Denn auch in Hürth ist die Haushaltslage angespannt. Bis 2029 rechnet die Stadt mit Fehlbeträgen von insgesamt 72 Millionen Euro. Ursachen sind steigende Pflichtausgaben und eine unzureichende Finanzierung kommunaler Aufgaben, vor allem im Sozialbereich, heißt es.
Mit Social-Media-Aktionen und dem Banner am Rathaus will Hürth auf die Bedeutung finanziell handlungsfähiger Kommunen aufmerksam machen.
Proteste auch in Frechen
Beim bundesweiten Aktionstag „Kommunen am Limit" machen auch Brühl und Frechen mit. Denn das kommunale Defizit der Städte, Landkreise und Gemeinden lag 2025 bei rund 30 Milliarden Euro - ein historischer Höchststand, sagt Frechens Bürgermeister Tietz. Die Kommunen wollten weiterhin zuverlässig investieren und gestalten - dafür bräuchten sie aber endlich eine faire und nachhaltige Finanzierung. Die kommunalen Spitzenverbände fordern von Bund und Ländern, wirksame Maßnahmen gegen die Finanzkrise zu ergreifen.
Erftstadt und Wesseling beim Aktionstag
Auch in Erftstadt ist die finanzielle Lage der Stadt angespannt – und hat sich in Bezug auf die Prognosen von vor wenigen Jahren deutlich verschlechtert, sagt Bürgermeisterin Weitzel. Das Eigenkapital der Stadt schrumpft, die Zinsbelastungen steigen. Selbst die deutliche Anhebung der Grundsteuer B von 635 auf 895 Punkte, die der Rat im März beschlossen hat, kann 2026 ein Defizit von rund 17,5 Millionen Euro nicht verhindern, heißt es.
Und auch Wesseling ist zuletzt in die Haushaltssicherung gerasselt; schnell und ungebremst, sagt Bürgermeister Ralph Manzke. Er erwartet vom Land NRW eine strukturelle Verbesserung der Gemeindefinanzierung und die direkte Weitergabe der Mittel aus dem Sondervermögen des Bundes.

