Mutmaßlicher Rizin-Bomber sagt aus

Im Prozess gegen die mutmaßlichen Rizin Bombenbauer von Köln hat sich der Angeklagte gestern (Montag) erstmals zu Wort gemeldet.

Der Tunesier wies über seinen Anwalt den Vorwurf einen Anschlag geplant zu haben, zurück.

© Radio Erft

Ziel sei nicht ein Anschlag gewesen, sondern IS Anhänger in Syrien zu überzeugen, ihn bei seiner Ausreise nach Syrien zu unterstützen. Zusammen mit seiner Ehefrau muss er sich vor dem Staatsschutzsenat in Düsseldorf wegen Terrorverdachts verantworten. Die beiden sollen laut Anklage einen islamistischen Anschlag mit dem Biokampfstoff Rizin geplant haben.

Angeklagter berichtet von zerrütteter Familie

Auf 44 Seiten schilderte der Anwalt von der Kindheit seines Mandanten in einer zerrütteten und gewalttätigen Familie. Jahre später fand der Angeklagte Halt bei Salafisten. Es sei das erste Mal gewesen, dass er Zuneigung und Interesse gespürt habe. So sei er gläubiger Muslim geworden. Von der Polizei in Tunis sei er wegen seiner Religion gefoltert worden. Das sei ein Wendepunkt gewesen - er habe sich für die „Gewalt und auch die Beleidigungen Gottes“ rächen wollen. Die Anleitungen für den Bombenbau habe er sich aber nur aus Neugierde angeschaut, um so Vertrauen zu den IS Mitgliedern In Syrien aufzubauen. Heute sei ihm klar, dass Gewalt auch im salafistischen Islam keinen Platz habe.

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