
Zunehmende Niedrigwasser-Phasen durch Gletscherschwund
Der Plan, die riesigen Tagebaulöcher Hambach und Garzweiler mit Wassermassen aus dem Rhein zu fluten wird nach Ansicht der Umweltorganisation NABU vom Klimawandels durchkreuzt. Bei extremen Niedrigwassern wie in diesem Sommer würde das die ökologische Krisensituation und die Engpässe für die Schifffahrt verschärfen, heißt es. Aus Sicht des NABU wird sich die Befüllung der Tagebau-Restlöcher erheblich verlängern – während gleichzeitig die Konzentration von Schadstoffen im Rheinwasser zunimmt. Der Verband fordert, in den Planungen und weiteren Genehmigungen müssten die Folgen des Klimawandels für den Rhein berücksichtigt werden. Denn dem Rhein fehlt zunehmend das alljährliche Schmelzwasser von den schwindenden Gletschern.
Im Moment wird eine kilometerlange Transportleitung für das Rheinwasser gebaut, 2030 soll es dann erstmals in den Tagebau Hambach fließen, ab 2036 auch in den Tagebau Garzweiler. Etwa 2070 soll die Befüllung abgeschlossen sein. Der Tagebau Inden soll mit Wasser aus der Rur gefüllt werden. RWE-Braunkohlechef Kulik betonte zuletzt den wirtschaftlichen und ökologischen Nutzen der Tagebauseen: Man sorge für einen ausgeglichenen, sich selbst tragenden Wasserhaushalt im Rheinischen Revier und sichere den Erhalt von Feuchtgebieten. Rund um die neuen Seen entstünden Lebensräume für Natur und Artenvielfalt sowie neue Chancen für Erholung, Tourismus und Arbeitsplätze.