
Fußball-Bundesliga
Köln (dpa) - Bayer Leverkusen hat in einem hitzigen rheinischen Derby beim 1. FC Köln zurück in die Erfolgsspur gefunden. Die Mannschaft von Trainer Carles Martínez setzte sich in der Fußball-Bundesliga beim Nachbarn aus der Domstadt verdient mit 2:1 (1:0) durch. Vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner Stadion trafen Aleix Garcia mit einem Traumfreistoß (7. Minute) und Patrik Schick (85.). Said El Mala (90.+2) gelang für Köln nur noch der zu späte Anschlusstreffer.
Für Bayer 04 kam der Derby-Sieg zur rechten Zeit. Nach zuletzt zwei Liga-Niederlagen und der Pleite in der Europa League tankte die Werkself neues Selbstvertrauen und hält mit 16 Punkten Anschluss an die internationalen Plätze. Köln kassierte dagegen die erste Heimniederlage der Saison und ist nun seit vier Ligaspielen sieglos. Damit rutscht der FC weiter in Richtung Tabellenkeller, während der Druck auf Trainer René Wagner wächst.
Hitzige Stimmung beim Rhein-Derby
Bei Leverkusen rückte Malik Tillmann überraschend erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder in die Startelf. Nach seiner Einwechslung gegen Stuttgart (2:4) war der 35-Millionen-Euro-Transfer mit Pfiffen bedacht worden. Köln brachte im Vergleich zum 1:1 beim 1. FC Union Berlin Mikey Moore für Isak Jóhannesson. Ragnar Ache fehlte derweil weiter im FC-Kader. Trainer Wagner sprach vor der Partie bei DAZN von einer «letzten Vorsichtsmaßnahme».
Auf den Rängen heizten die FC-Fans mit einem großen Banner samt Vereinslogo und der Aufschrift «Nur wir» die Stimmung im zweiten Derby dieser Saison kräftig an, während die Leverkusener Anhänger auf der Gegenseite im Gästeblock rote Pyrotechnik zündeten. Die hitzige Atmosphäre auf den Rängen übertrug sich mit Anpfiff auch auf den Platz, auf dem sich in den ersten Minuten ein wilder Schlagabtausch entwickelte.
Aleix Garcia trifft sehenswert zur Bayer-Führung
Bereits nach 25 Sekunden prüfte Linton Maina Bayer-Keeper Mark Flekken. Auf der Gegenseite verhinderte Marvin Schwäbe gleich mit drei starken Paraden hintereinander zunächst den Rückstand (5./6.). Bei einem Freistoß von Aleix Garcia war der FC-Schlussmann dann aber machtlos: Der nach dem 0:1 gegen Marseille wegen seiner defensiven Nachlässigkeit kritisierte Freistoßspezialist traf aus rund 20 Metern wuchtig und sehenswert ins linke Eck zur Führung.
Nur drei Minuten später bot sich dem FC die große Möglichkeit zum Ausgleich. Sebastian Sebulonsen scheiterte jedoch frei stehend an einer starken Fußabwehr von Bayer-Keeper Flekken. Nach dem temporeichen Beginn verlor die Partie danach zunehmend an Fahrt. Zwar blieben die Zweikämpfe intensiv und umkämpft, klare Torchancen waren im weiteren Verlauf der ersten Hälfte jedoch Mangelware.
Viel Aufregung und Nickeligkeiten
Kurz nach Wiederanpfiff forderte Köln nach einem Foul an Mikey Moore Elfmeter, doch Schiedsrichter Felix Zwayer ließ weiterspielen. Als der weiterspielende Alfonso Moreira daraufhin nach einem Tritt zu Boden ging, kochten die Emotionen hoch und es kam zur Rudelbildung. Von den Rängen hallten lautstarke Pfiffe. Abseits zahlreicher Nickeligkeiten prüften Moreria (59.) und Schick (63.) den stark parierenden Schwäbe.
Ibrahim Maza verpasste mit einem knapp am Pfosten vorbei gesetzten Linksschuss die Vorentscheidung (66.). Köln reagierte mit einem Dreifachwechsel und brachte unter anderem Malek El Mala, der in der Vorwoche bei seinem Traumdebüt in Berlin direkt den Ausgleich erzielt hatte. Als Schick wenig später vermeintlich auf 2:0 erhöhte (82.), schien die Entscheidung gefallen. Wegen eines vorherigen Handspiels des Tschechen wurde der Treffer jedoch aberkannt. Doch dann traf Schick doch noch, ehe Kölns Said El Mala den Schlusspunkt setzte.

