
"Kreidezeit" in den Schulen noch nicht vorbei
Die Kölner Schulen sind bald alle mit Hochgeschwindigkeit im Internet unterwegs – die erste Gigabit-Schule wird am Mittwoch offiziell freigeschaltet. So weit sind viele Schulen im Rhein-Erft-Kreis noch nicht.
Veröffentlicht: Dienstag, 19.02.2019 16:56
Für alle Schulen und Städte im Rhein-Erft-Kreis ist ist zwar klar, dass digitale Bildung immer wichtiger wird, aber mit der Umsetzung hapert es oft noch. Während einige schon weit vorne sind, feilen andere noch an den Konzepten oder kämpfen mit der Umsetzung.
Manchmal läuft es schon gut
Die Förderschulen und Berufskollegs zum Beispiel haben alle Gigabit-fähige Netzwerke und WLAN. Und allein in diesem Jahr will der Rhein-Erft-Kreis rund 80 interaktive Tafeln und 165 Dokumentenkameras anschaffen und das ersetzen, was bisher Kreidetafel und Projektor war. Die Stadt Bergheim führt gerade zwei Tablet-Klassen ein und ist stolz auf ihre Vor-Ort-Betreuung und eine Hotline für Lehrer, wenn es Fragen zum Thema Technik gibt. Bei der Stadt Frechen war man sehr früh dran mit einem Medienentwicklungsplan. Seit 2003 gibt es da schon eine große Vision, die pädagogische Konzepte, technische Ausstattung und Finanzierung umfasst. Zum Vergleich: Brühl, Pulheim und Kerpen arbeiten gerade noch daran.
Noch viele Baustellen und Probleme
Worüber fast alle Städte klagen: es kostet oft unverhältnismäßig viel Geld, die Schulen ans Glasfasernetz anzuschließen. Viele, wie die Stadt Hürth, hoffen daher auf Fördermittel von Bund und Land. Außerdem sind Fachkräfte und Firmen, die sich mit der digitalen Welt auskennen, rar und teuer, weil sie so heiß begehrt sind. Das verzögert technische Anschaffungen oder Lehrer-Fortbildungen. Die Stadt Kerpen beklagt, dass der technische Fortschritt so rasant ist, dass vermeintlich guter Standard schnell wieder veraltet ist. Und obendrein muss man der Tatsache ins Auge sehen, dass die Lebensdauer von IT-Produkten überschaubar ist und Geld für Ersatz da sein muss, sagt die Stadt Brühl.