Kokain und Tötungsdelikte - Zahl der Prozesse steigt

An den Kölner Gerichten steigt die Zahl der Prozesse wegen Drogenmissbrauch und schweren Straftaten immer mehr an.

© Radio Erft

Das Kölner Landgericht muss sich zum Beispiel immer öfter mit Kokainfällen beschäftigen. Die Zahl der Drogenverfahren ist im laufenden Jahr um 50 Prozent angestiegen, so Landgerichtspräsident Ketterle. Und bei dem Großteil der Drogenfälle gehe es eben mittlerweile um Kokain. Weltweit berichten Sicherheitsbehörden seit längerem von einer Kokainschwemme. Bis September gab es fast 70 neue Drogenverfahren - erheblich mehr als im Vorjahr. Um diese Verfahren bearbeiten zu können, will das Landgericht ab Januar eine weitere Große Strafkammer auf Drogenverfahren spezialisieren. Es wird die dritte Drogenkammer am Landgericht sein.

Auch die schweren Straftaten nehmen zu

Und es müssen immer mehr Straftaten verhandeln werden. Bis Ende September sei die Zahl der neuen Strafsachen, also der Gerichtsverhandlungen in denen Verbrechen angezeigt sind, um fast 20 Prozent angestiegen. Besonders Besorgniserregend sei die hohe Zahl bei den Tötungsdelikten. Das Landgericht Köln wird auch im neuen Jahr vier Schwurgerichte und damit deutlich mehr als die meisten anderen Städte haben. Vor Schwurgerichten werden Mord, aber auch Totschlag oder versuchte Tötungsdelikte verhandelt. Das Landgericht Köln zählte in den ersten drei Quartalen des Jahres 34 neue Verfahren dieser Art. Eine Steigerung um über 50 Prozent. Derzeit werde überlegt, ob wegen der vielen Fälle sogar noch weiteres Personal in die Schwurgerichte gesteckt werden müsse.

Weitere Meldungen