
Köln/Wesseling: Shell von Blockaden nicht überrascht
Die Polizei in Köln rechnet damit, dass es am Samstag wieder Stör-Aktionen bei der Shell-Rheinlandraffinerie in Godorf geben könnte. Die Umweltschützer hätten weitere Aktionen angekündigt, heißt es von der Behörde. Man sei aber vorbereitet und würde bei illegalen Aktionen konsequent einschreiten.
Veröffentlicht: Freitag, 07.08.2020 17:05
Der Raffinerie-Konzern ist nach eigenen Angaben von den Blockaden nicht überrascht gewesen. Man beobachte schon länger, dass Klimaaktivisten, zum Beispiel in sozialen Netzwerken, verschiedene Unternehmen in den Fokus nähmen – und Shell gehöre dazu. Insofern sei man grundsätzlich wachsam und habe die Besetzer gestern Morgen ja auch schnell entdeckt. Deswegen werde man die Sicherheitsmaßnahmen auch nicht verstärken.
Am Freitag hatten rund 50 Umweltaktivisten stundenlang Zufahrten zur Shell-Raffinerie in Wesseling und Köln-Godorf blockiert. Sie versperrten mit Kajaks und einem Seil den Godorfer Hafen, über den Tankschiffe die Raffinerie anfahren - und in Wesseling blockierten sie die Hauptzufahrt und ein weiteres Werkstor mit Tripods. Vier Personen hatten sich außerdem in mit Beton gefüllten Fässern fest gekettet und mussten mühsam von der Polizei frei gemacht werden. Insgesamt haben sich die Aktivisten laut Polizei friedlich verhalten. Die Produktion in den Werken war nach Angaben von Shell nicht wesentlich beeinträchtigt. Der Protest war Teil von bundesweiten Aktionen unter dem Motto „Aufstand mit Abstand - Klima retten, Kapitalismus überwinden“.