
Köln/Erftstadt: Prozess gegen Drach hat begonnen
Über 50 Journalisten aus ganz Deutschland, Polizisten mit Maschinenpistolen im Gerichtssaal, Straßensperren und SEK. Am Dienstagmorgen hat vor dem Kölner Landgericht der Prozess gegen den Erftstädter Thomas Drach unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen begonnen.
Veröffentlicht: Montag, 31.01.2022 13:01
Überfall auf Geldtransporter
Der ehemalige Reemtsma-Entführer muss sich unter anderem wegen versuchten Mordes, besonders schweren Raubes und Brandstiftung verantworten. Die Anklage wirft ihm unter anderem vor, mehrere Geldtransporter überfallen zu haben. Dazu gehört auch der Überfall an der Ikea-Filiale in Köln-Godorf. Dazu kommen ähnliche Überfälle in Frankfurt und Limburg und am Köln-Bonner Flughafen. Bei den Taten in Frankfurt und am Köln-Bonner Flughafen soll Drach Geldboten schwer verletzt und tödliche Verletzungen billigend in Kauf genommen haben. Zusammen mit Drach steht ein mutmaßlicher Mittäter aus den Niederlanden vor Gericht.
Die Staatsanwaltschaft erklärte bei der Anklageverlesung, Drach stelle eine Gefahr für die Allgemeinheit dar und habe einen Hang zu erheblichen Straftaten. Deshalb müsse er in die Sicherungsverwahrung. Drachs Verteidiger Andreas Kerkhof sprach von einer Vorverurteilung seines Mandanten und einer unzureichenden Beweislage. "Es gibt ein paar wage Indizien, aber mehr auch nicht." Er sei davon überzeugt, dass sein Mandant die Hauptverhandlung als freier Mann verlassen werde.
Besondere Sicherheitsvorkehrungen
Der Prozess findet unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt: ein Hubschrauber holt den angeklagten Drach an den Prozesstagen in der JVA Ossendorf ab und bringt ihn üblicherweise in Begleitung eines SEK zum Gericht. An den Prozesstagen wird es deshalb regelmäßig Straßensperren rund um das Gericht geben. Davon kann auch die Luxemburger Straße und auch der Berufsverkehr betroffen sein, sagte ein Sprecher des Landgerichts.
Bei einer Verurteilung drohen dem Erftstädter lebenslange Haft und anschließende Sicherungsverwahrung. Für den Mammutprozess sind über 50 Verhandlungstage vorgesehen. Das Urteil wird Ende September erwartet.