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Köln: Woelki werden keine Pflichtverletzungen vorgeworfen
© Erzbistum Köln
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Köln: Woelki werden keine Pflichtverletzungen vorgeworfen

Dem Kölner Kardinal Woelki werden keine Pflichtverletzungen im Umgang mit sexuellem Missbrauch in der katholischen Kirche zur Last gelegt. Das hat Strafrechtler Björn Gercke bei der Vorstellung des Gutachtens bekannt gegeben.

Veröffentlicht: Donnerstag, 18.03.2021 11:40

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Dem 2017 verstorbenen Erzbischof Meißner der von 1989 bis 2014 in Köln im Amt war, werden dagegen 23 Pflichtverletzungen vorgeworfen. Dabei geht es unter anderem um Fehler bei der Aufklärungsarbeit. Dem heutigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße werden elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen im Erzbistum Köln vorgeworfen.

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Nach der Vorstellung eines Missbrauchsgutachtens für das Erzbistum Köln hat Kardinal Rainer Maria Woelki zwei Mitarbeiter vorläufig von ihren Dienstpflichten entbunden. «Daher möchte ich auch aus der Situation der Stunde heraus und auch auf der Grundlage dessen, was ich hier gerade gehört habe, die gerade Genannten, Weihbischof Schwaderlapp und Herrn Offizial Assenmacher, mit sofortiger Wirkung vorläufig von ihren Aufgaben entbinden», sagte Woelki am Donnerstag in Köln.

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Generell hat sich die Arbeit für die Strafrechtler wohl als mehr als schwierig dargestellt – die Aktenführung des Erzbistums zu Missbrauchsfällen nannte der Strafrechtler äußerst mangelhaft. «Wir haben erhebliche Mängel im Hinblick auf die Organisation des Aktenbestands sowie der Aktenführung im Erzbistum festgestellt. Wir haben bei einigen Akten den Eindruck gewonnen, dass Aktenbestandteile fehlten, da die Verfahrensführung nicht nachvollziehbar war», sagte er. Trotzdem wurden Hinweise auf 202 Beschuldigte gefunden. Etwas mehr als die Hälfte der Opfer waren Jungen und mehr als die Hälfte aller Opfer waren unter 14 Jahren. Außerdem handele es sich bei 63 Prozent der Beschuldigten um Priester. In fast einem Drittel aller Fälle geht es um sexuellen Missbrauch, in gut 15 Prozent um schweren sexuellen Missbrauch.

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Gercke stellte am Donnerstag sein 800 Seiten starkes Gutachten vor. Die Auswertung der Akten von 1975 bis 2018 habe unter anderem ergeben, «dass sich Jahrzehnte offenbar niemand getraut hat, solche Fälle zur Anzeige zu bringen», kritisierte Gercke. Ein erstes Gutachten einer Münchner Kanzlei war vom Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki unter Verschluss gehalten worden, wofür er rechtliche Bedenken anführte. Dieses Verhalten Woelkis hatte eine Vertrauenskrise im größten deutschen Bistum ausgelöst. Woelki wurde von Gercke nun allerdings ausdrücklich in Schutz genommen. «Medial wäre es für uns am einfachsten gewesen, Herrn Woelki hier zum Schafott zu führen», sagte der Strafrechtler. Dafür gebe es aber keine Grundlage. Auch in dem zurückgehaltenen Münchner Gutachten sei Woelki nicht belastet worden. (mit Texten von dpa)

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