Anzeige
Köln: Vertuschungsvorwürfe gegen Kardinal Woelki
© Erzbistum Köln
Teilen:

Köln: Vertuschungsvorwürfe gegen Kardinal Woelki

Der Druck auf den Kölner Kardinal Woelki wächst: er soll einen Missbrauchsfall vertuscht haben. Jetzt werden Rücktrittsforderungen lauter. Konkret soll Woelki vor fünf Jahren als Erzbischof einen schweren sexuellen Missbrauch durch einen Düsseldorfer Priester nicht dem Vatikan in Rom gemeldet haben.

Veröffentlicht: Freitag, 11.12.2020 05:12

Anzeige

Das Erzbistum hat entsprechende Medienberichte inzwischen bestätigt. Zur Begründung heißt es, der Gesundheitszustand des mittlerweile verstorbenen Geistlichen habe damals eine weitere Untersuchung des Falls verhindert. Konkret handelt es sich bei den Vorwürfen um eine Tat aus den späten 1970ern. Das Opfer, damals ein Junge im Kindergartenalter, habe den Missbrauch im Jahr 2010 beim Bistum angezeigt. Woelki habe von den Vorwürfen 2011 erfahren, als er noch Weihbischof war. 2014 wurde er Erzbischof von Köln. Nach Sichtung von Personalunterlagen habe er dann 2015 entschieden, dass den Vorwürfen gegen den 1929 geborenen Pfarrer Johannes O. nicht weiter nachgegangen, keine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet und der Fall auch nicht dem Apostolischen Stuhl in Rom gemeldet werde. Jetzt wird geprüft, ob gegen Woelki kirchenrechtliche Untersuchungen aufgenommen werden sollten. Der Fall ist für Woelki auch deshalb brisant, weil er bereits intern angekündigt hat, zurückzutreten, falls ihm eine Beteiligung an Vertuschungen nachgewiesen werde.

Anzeige
Anzeige
Anzeige