
Laut den Richtern hatte sich der Angeklagte, der aus Somalia stammt, im August 2019 mit einem Landsmann gestritten - und in diesen Streit mischte sich das spätere Opfer – auch ein Somalier – ein. Es folgte ein Kampf mit bloßen Händen, an dessen Ende der Angeklagte dann das Opfer mit einer angebrochenen Bierflasche in den Hals stach. Dass der Getötete den Verurteilten immer wieder beleidigt und angegriffen hatte, werteten die Richter strafmildernd. Der Verteidiger hatte auf Notwehr plädiert und einen Freispruch gefordert. Die ursprüngliche Annahme der Polizei, es habe sich um einen Streit unter Drogendealern gehandelt, konnte in dem Verfahren allerdings nicht bestätigt werden. 2017 hatte der Ebertplatz nach einem tödlichen Konflikt zwischen Drogendealern erstmals Schlagzeilen gemacht. Daraufhin wurde der Platz durch eine Umgestaltung und kulturelle Wiederbelebung aufgewertet. Die jetzt verhandelte Tat war im Herbst 2019 – seitdem wird der Platz von der Polizei auch mit Videokameras überwacht.