
Köln: Stadtrat stimmt für «Satellitenplätze» am Geißbockheim
Im Streit um das Trainingszentrum des 1. FC Köln hat der Kölner Stadtrat eine Lösung angestoßen. Die Mehrheit der Ratsmitglieder stimmt für die Sanierung von drei bestehenden städtischen Sportanlagen.
Veröffentlicht: Freitag, 03.07.2026 03:56
FC spricht von Win-Win-Situation
Der Kölner Stadtrat hat im jahrelangen Streit um den Ausbau des FC-Trainingsgeländes am Geißbockheim eine Lösung auf den Weg gebracht. Eine Mehrheit der Politiker stimmte dafür, dass der FC drei bestehende städtische Sportplätze in der Nähe des Geißbockheims nutzen kann – wenn er die auf eigene Kosten saniert. Außerdem sollen andere Vereine die Flächen auch nutzen können, wenn der FC nicht trainiert. Dieses Konzept soll die Stadtverwaltung jetzt prüfen. Der 1. FC Köln sprach mit Blick auf das jahrelange Hin und Her und die massive Platznot von einem pragmatischen Kompromiss und einer echten Win-win-Situation.
Darum geht es:
Der von der Stadt Köln im Jahr 2020 beschlossene Bebauungsplan mit dem Titel «RheinEnergieSportpark in Köln-Sülz» ist umstritten. Der Verein will die bestehende Sportanlage rund um das im Stadtteil Sülz gelegene Geißbockheim aus Platzgründen erweitern, um mit einem ausgebauten Trainingszentrum im Profifußball konkurrenzfähig zu sein. Als Ausgleich sollen laut des Bebauungsplanes von 2020 im Grüngürtel der Stadt auf der sogenannten Gleueler Wiese Kleinspielfelder für die Öffentlichkeit entstehen. Naturschützer kritisieren die dadurch entstehende Vollversiegelung und den Verlust für die Allgemeinheit der unter Denkmal- und Landschaftsschutz gestellten Grünfläche.
Das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) hatte den Bebauungsplan im Jahr 2022 deshalb gekippt. Der Verein ging daraufhin in Revision. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte diese Entscheidung im April 2024 aufgehoben und den Streit zu einer weiteren Verhandlung und neuen Entscheidung zurück zum Oberverwaltungsgericht in Münster verwiesen. Auch die Fanszene des 1. FC Köln hatte sich in der Vergangenheit in den Streit um das Geißbockheim eingebracht und sich für den Verbleib am traditionellen Trainingsstandort starkgemacht. Anfang 2027 möchte der 1. FC Köln mit dem Bau eines neuen Nachwuchsleistungszentrums beginnen. Dadurch würde ein Platz auf dem Trainingsgelände wegfallen.