
Köln: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Shell
Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin gegen den Raffinerie-Konzern Shell. Nachdem es im April ein verheerendes Leck im Werk Godorf gab, prüfen die Ermittler, ob Shell seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Bei dem Vorfall sind bis zu 450.000 Liter Gasöl ins Erdreich gesickert.
Veröffentlicht: Montag, 23.11.2020 14:20
Die zähe Flüssigkeit liegt jetzt direkt auf dem Grundwasserspiegel unter dem Werksgelände. Entstanden war das Leck bei unsachgemäßen Bauarbeiten. Laut Shell war dabei der äußere Mantel um das betreffende Rohr beschädigt worden. So sei Feuchtigkeit an die Leitung gekommen – und das Rohr durchgerostet. Erst Wochen später war aufgefallen, dass durch ein kleines Loch Gasöl austrat. Shell versucht jetzt, das Öl mit vier Pumpen aus dem Boden zu holen. Bisher wurden 20.000 Liter abgepumpt. Ein Gutachter schätzt, dass in den nächsten Jahren auf diese Weise etwa ein Drittel des ausgelaufenen Öls nach oben kommt. Danach sollen andere Maßnahmen greifen, um die Verseuchung zu verringern. Zum Beispiel werden Bakterien und Sauerstoff zugeführt, um den natürlichen Abbau des Öls anzukurbeln. Schadstoffmessungen haben bisher nur an einer Stelle auffällige Werte ergeben – und das sei direkt am Leck auf dem Werksgelände, heißt es. Dort ist das Grundwasser leicht mit dem Gasöl verunreinigt.
Seit Jahren gibt es immer wieder Pannen und verheerende Lecks in den Shell-Werken in Godorf und Wesseling. So sickerten 2012 wochenlang über eine Million Liter Kerosin in den Boden uns sorgten für die größte Umweltkatastrophe in der Geschichte der Stadt Wesseling. Zuletzt hatten die Grünen im Kreistag Shell scharf kritisiert: Seit Jahren setze sich Shell hohe Ziele bei den Umweltstandards , aber der Konzern könne oder wolle sie nicht einhalten.