
Köln: Prozess zu Gewalttaten in Brühl wird neu aufgerollt
Das Kölner Landgericht verhandelt erneut über die mögliche Unterbringung eines 54-Jährigen in der Psychiatrie. Dem Mann werden zehn Straftaten in der Brühler Innenstadt vorgeworfen. Das Urteil wird voraussichtlich Mitte Juli erwartet.
Veröffentlicht: Montag, 18.05.2026 09:51
Kölner Landgericht prüft Psychiatrie-Unterbringung
Am Dienstag (19.05.) beschäftigt eine Serie von Gewalttaten in Brühl erneut das Kölner Landgericht. Eine Strafkammer muss neu entscheiden, ob ein 54 Jahre alter Mann in die Psychiatrie eingewiesen wird.
Die Anklage wirft dem Mann vor, über einen Zeitraum von mehr als anderthalb Jahren mehrfach Menschen bedroht, geschlagen und verletzt zu haben. Die Taten sollen sich unter anderem in der Brühler Innenstadt und auf dem Marktplatz ereignet haben.
Nach Angaben der Anklage geht es insgesamt um zehn Straftaten. Genannt werden unter anderem Faustschläge ins Gesicht, das Werfen einer glühenden Zigarette und Todesdrohungen. Alle Taten soll der 54-Jährige im Zustand aufgehobener Schuldfähigkeit begangen haben.
Dass der Fall jetzt noch einmal verhandelt wird, liegt an einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs. Das erste Urteil des Landgerichts Köln wurde aufgehoben. Die Kölner Richter hatten eine Unterbringung damals abgelehnt, weil sie die Taten nicht als schwer genug einstuften. Der Bundesgerichtshof sah das anders und erklärte, das Landgericht habe dabei zu strenge Maßstäbe angelegt.
Für den Prozess sind zwölf Verhandlungstage geplant. Mit einem Urteil wird voraussichtlich Mitte Juli gerechnet.