
Köln: Kardinal Woelki einigt sich mit Kirchenrechtler
Der Kölner Kardinal Woelki und der Kirchenrechtler Schüller haben ihren Rechtsstreit beigelegt. Grund ist eine eidesstattliche Versicherung Schüllers. Darin habe er klargestellt, dass er sich nicht zu einem angeblichen Motiv Woelkis im Fall des früheren Sternsinger-Chefs Winfried Pilz geäußert habe, teilte das Erzbistum mit. Als Reaktion darauf habe Woelki seinen Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen einen seiner härtesten Kritiker zurückgezogen. Gegen die Bild-Zeitung geht er dagegen weiter juristisch vor.
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Hintergrund sind Missbrauchsvorwürfe gegen den ehemaligen Präsidenten der katholischen Sternsinger, Winfried Pilz, der inzwischen schon gestorben ist und seinen Lebensabend im Bistum Dresden verbracht hatte. Im Bistum Köln hatte Pilz Kontaktverbot zu Minderjährigen – aber nichts drang an die Öffentlichkeit. Kirchenrechtler Schüller hatte der Bild-Zeitung gesagt, es sei als Dienstpflichtverletzung zu werten, dass Woelki das Bistum in Ostdeutschland erst vor kurzem über die Missbrauchsvorwürfe unterrichtet hatte. In dem Artikel hieß es: "Auch beim Motiv für Woelkis Dienstpflichtverletzung legt sich der Kirchenrechtler fest: "Pilz stand wegen seiner Prominenz bei Woelki unter Denkmalschutz""
Wegen dieser Passage ging das Erzbistum sowohl gegen Schüller als auch gegen die Bild-Zeitung vor. Die Begründung dafür ist, dass Woelki mit dem Fall Pilz bis Juni dieses Jahres gar nicht befasst gewesen sei. Die Vorwürfe gegen ihn seien deshalb haltlos. Schüller hat nun im gerichtlichen Verfahren vor dem Landgericht Köln eine eidesstattliche Versicherung abgegeben und erklärt, dass er sich entgegen der Darstellung der BILD-Zeitung gar nicht zu einem angeblichen Motiv von Kardinal Woelki geäußert hat, so das Erzbistum am Donnerstag. Schüller habe damit bestätigt, dass er entgegen der Bild-Berichterstattung gar nicht behauptet habe, Kardinal Woelki habe sich persönlich mit der Frage der Nachholung der Information befasst und sich dagegen entschieden.