
Köln: Großeinsatz wegen Traubenzucker - Urteil ist gefallen
Der „Pulverschreck“ von Köln ist wegen Vortäuschens einer Straftat zu zwei Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Der 50-Jährige hatte im April 2018 im Justizzentrum einen Großeinsatz von Feuerwehr und Polizei ausgelöst – mit Traubenzucker.
Veröffentlicht: Sonntag, 13.12.2020 08:51
Das weiße Pulver hatte er damals in einer Butterbrotdose zu einem Prozesstermin mitgebracht. Bei einer Personenkontrolle war es freigesetzt worden. Da der 50-Jährige andeutete, dass es möglicherweise gefährlich ist, rückte unter anderem auch eine Spezialeinheit des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz an. Der Einsatz kostete rund 40.000 Euro. Das Urteil fiel erst am späten Freitagabend, nachdem der Mann sein Recht auf das letzte Wort üppig in Anspruch genommen hatte. Nach sechs Stunden ist ihm das Wort entzogen worden.
Erst in der vergangenen Woche hatte der 50-Jährige für Schlagzeilen gesorgt: Auf einem Twitter-Account war ein Video verbreitet worden, das mutmaßlich den 50-Jährigen in einer Zelle der JVA Köln mit einer Pistole und Bargeld zeigt. Bei Durchsuchungen in der Haftanstalt waren aber keine Waffen oder ähnliche Gegenstände gefunden worden, wie ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion mitgeteilt hatte.