
Großer Andrang und viel Begeisterung
Nach 14 Jahren Sanierung und immer neuen Rückschlägen sind die Kölner Bühnen wiedereröffnet worden. Bei einem großen Eröffnungsfest konnten Besucher am Wochenende zum ersten Mal das runderneuerte Opernhaus und das Schauspielhaus anschauen.Es gab ein buntes Programm und Mitmach-Aktionen. Der Andrang war groß - zeitweise bildeten sich lange Schlangen.
Die Oper und das Schauspielhaus in Köln stammen von 1957 beziehungsweise 62. Sie wurden seit 2012 saniert - die reinen Baukosten summierten sich am Ende auf rund 800 Millionen Euro. Anfangs war eine Wiedereröffnung für 2015 geplant - mit Kosten von rund 250 Millionen Euro. Die Bauzeit verlängerte sich jedoch um etliche Jahre und verschlang immer mehr Geld. Während die Bauarbeiten liefen, mussten Oper und Schauspiel auf andere Spielstätten ausweichen. Der offizielle Festakt zur Wiedereröffnung im Opernhaus ist für Donnerstag (24.09.) geplant.
Historische Bedeutung
Die Kölner Oper war 1957 einer der ersten Kultur-Neubauten der jungen Bundesrepublik. Frühe Schwarzweiß-Fotos zeigen ein Gebäude, das sich wie die Vision einer besseren Gesellschaft nüchtern, klar und hell aus dem Kölner Trümmerfeld erhebt. Es war radikal neu gedacht, ein «Bau in menschlichen Maßen, ohne falsche Repräsentation und im Geiste unserer Zeit», wie es der Architekt Wilhelm Riphahn (1889-1963) bei der Eröffnung formulierte. Riphahn wollte eine Oper der Demokratie schaffen. Die Zeitgenossen betrachteten sie als Symbol des Neuanfangs.
Wegen dieser historischen Bedeutung haben es in Köln auch viele Menschen zuletzt befürwortet, das alte Gebäude-Ensemble trotz des immensen Aufwands zu erhalten.