
Köln: Erfundenes Opfer im NSU Prozess
Im Prozess um ein erfundenes Opfer der Neonazi-Terrorzelle NSU in Köln soll der angeklagte Anwalt nach Ansicht der Verteidigung freigesprochen werden. Der Anwalt aus Eschweiler habe gutgläubig gehandelt, heißt es in seinem Plädoyer.
Veröffentlicht: Donnerstag, 26.11.2020 14:58
Der Anwalt war im Münchner NSU-Prozess aufgetreten - im Namen eines Opfers des Nagelbombenanschlags in der Kölner Keupstraße. Doch das Opfer gab es gar nicht. Sein Mandant sei von einem Mann, der bei dem Anschlag tatsächlich verletzt wurde, getäuscht worden, erklärte der Anwalt. Die Staatsanwaltschaft hat eine Haftstrafe von zwei Jahren auf Bewährung beantragt. Der Angeklagte soll für seine Tätigkeit mehr als 200.000 Euro aus der Staatskasse bezogen haben. Über fünf Jahre waren am Oberlandesgericht München die rassistischen Morde des sogenannten «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) sowie der Mord an einer Polizistin verhandelt worden. 2018 wurde Beate Zschäpe wegen zehnfachen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.