
Köln: Drach soll Überfälle eingeräumt haben
Neue Entwicklung im Prozess um den Thomas Drach. Wie jetzt bekannt geworden ist, soll Drach gegenüber einem Mitgefangenen drei Raubüberfälle auf Geldtransporter eingestanden haben. Das steht in einem Antrag des Verteidigers von Drachs Mitangeklagtem.
Veröffentlicht: Montag, 20.06.2022 14:13
Mit dem Antrag will die Verteidigung unter anderem verhindern, dass Drachs Mitangeklagter schon am kommenden Montag vor Gericht als Zeuge aussagen muss. In dem Antrag heißt es, dass sich der Mitangeklagte und Drach in der JVA Ossendorf kennengelernt und unterhalten haben. In dem Gespräch soll es auch um die kriminelle Erfahrung der beiden Männer gegangen sein. Dabei soll Drach gesagt haben, dass die aktuellen Vorwürfe gegen ihn bis auf einen zutreffend seien. Drach werden insgesamt vier bewaffnete Raubüberfälle auf Geldtransporter in Köln, Frankfurt am Main und Limburg zur Last gelegt.
Am Montag berichteten Augenzeugen über einen Raubüberfall auf einen Geldtransporter vor einer Ikea-Filiale in Frankfurt am Main 2019. Laut Anklageschrift sollen sich Räuber und Geldbote einen Schusswechsel geliefert haben, wobei der Geldbote schwer am Bein verletzt wurde. Ein 47-jähriger Zeuge sagte aus: "Das war eine stark spritzende arterielle Blutung." Der Berufssoldat hatte eine Sanitäterausbildung und leistete erste Hilfe. Da weder das Abbinden mit einem Gürtel noch das Pressen seines Knies in die Leistengegend des Verletzten die Blutung gestoppt habe, "habe ich schließlich den Finger in die Wunde gesteckt". Der Blutverlust des Geldboten sei immens gewesen. Mehrmals habe er Schmerzreize setzen müssen, damit der Verletzte bei Bewusstsein geblieben sei, bis Rettungssanitäter eingetroffen seien, so der Zeuge. Zuvor hatte eine 57-Jährige ausgesagt, dass ihre heute 78 Jahre alte Mutter versucht habe, den Räuber mit ihrem Gehstock zu schlagen. Den Überfall habe ihre Mutter, die die Waffe in der Hand des Täters nicht gesehen habe, als Streit fehlinterpretiert. "Meine Mutter ist mit dem Gehstock gleich hinterher", schilderte die Zeugin. Sie habe ihre Mutter weggezogen und gesagt: "Das ist ein Überfall!" Als die Schüsse gefallen seien, hätten sie sich gegen eine Wand gedrückt. Sie habe zu ihrer Mutter gesagt: "Rühr Dich nicht, nicht dass wir auch noch was abkriegen."