
Köln: Bekommt die Keupstraße ein NSU-Mahnmal?
In dem jahrelangen Streit um ein Mahnmal zum NSU-Anschlag in der Kölner Keupstraße zeichnet sich möglicherweise eine Lösung ab. Die Stadt will nach eigenen Angaben das Grundstück beziehungsweise Teile des Areals kaufen und steht dazu in intensivem Austausch mit den Eigentümern.
Veröffentlicht: Montag, 08.06.2020 11:52
Es sei in den vergangenen Monaten Bewegung in die zuvor festgefahrene Situation gekommen, sagte ein Sprecher. Ende 2015 hatte der Kölner Rat beschlossen, das interaktive Mahnmal zu verwirklichen. Seitdem hat sich jedoch nicht viel getan. Der Stadt zufolge liegt das daran, dass der Standort Keupstraße/Schanzenstraße in Privateigentum ist und die Eigentümer das Mahnmal nicht haben wollten. Und gleichzeitig habe die IG Keupstraße gesagt, dass die Gedenkstätte nur direkt an der Keupstraße funktioniere. Dort, wo der NSU den Anschlag verübt habe. Vor 16 Jahren hatten Mitglieder der rechten Terrorzelle vor einem Friseursalon eine Nagelbombe gezündet. 22 Menschen wurden damals verletzt, vier davon schwer.
Der Mahnmal-Entwurf des Künstlers Ulf Aminde soll 26 Meter lang und sechs Meter breit sein. Mit dem Smartphone sollte man die Betonplatte abschreiten und ein virtuelles Denkmal sehen.