
Köln: Bei Halterung der A3-Betonplatte wurde "improvisiert"
Die schlimmsten Gerüchte haben sich tatsächlich bestätigt – der schreckliche Unfall auf der A3 letzten Freitag war nicht nur ein tragisches Unglück, er hätte verhindert werden können. Die Lärmschutzplatte war wohl mit Absicht falsch befestigt.
Veröffentlicht: Mittwoch, 18.11.2020 12:47
So steht es in einem ersten Gutachten vom zuständigen Landesbetrieb Straßen.NRW. Wörtlich heißt es, „dass es sich um einen mit Absicht herbeigeführten Mangel handelt.“ Die Halterung, mit der die tonnenschwere Betonplatte an der Wand befestigt war, konnte das Gewicht nicht auf Dauer tragen – es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis sie nachgibt. Weil die eigentlich geplante Konstruktion nicht gepasst hat, wurde bei der Montage 2007 "improvisiert" und eine falsche Halterung benutzt. Und nicht nur an dieser Platte, sondern auch noch an sechs weiteren. 2013 sind zwar alle Platten gecheckt und damals noch mit "sehr gut" bewertet worden, aber die fehlerhafte Halterung war laut Straßen.NRW nicht zu sehen, weil sie verdeckt war.
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Unbekannt
Auch die Frage, wer für das Unglück haftbar gemacht werden kann, steht im Raum. Die Suche nach den Verursachern wird aber schwierig: eine Firma aus Gelsenkirchen hat die Stützwand 2007 gebaut, ein Unternehmen aus Hessen die Betonplatte geliefert. Beide Firmen sind aber mittlerweile insolvent, so steht es in einem Bericht des Verkehrsministeriums. Außerdem ist nicht klar, wer für die Betonplatten befestigt und dabei eben gepfuscht hat. Es könnte auch ein Subunternehmer gewesen sein. Deshalb ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen Unbekannt.
