
Köln: Anwalt wegen Betrugs angeklagt
Ab Freitagvormittag muss sich Anwalt selbst vor Gericht verantworten, weil er im NSU-Prozess ein Opfer des Kölner Nagelbombenanschlags erfunden haben soll. Der Rechtsanwalt ist unter anderem wegen Betrugs angeklagt.
Veröffentlicht: Freitag, 07.08.2020 07:11
Er hatte beim NSU-Prozess in München ein Opfer des Nagelbombenanschlags vom Juni 2004 in der Kölner Keupstraße vertreten, das es in Wirklichkeit gar nicht gab. Dafür soll er zu Unrecht insgesamt mehr als 200.000 Euro erhalten haben, wie das zuständige Landgericht Aachen sagt. Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe: Er habe nicht gewusst, dass das Opfer gar nicht existierte. Ein echter, mittlerweile verstorbener Nebenkläger im NSU-Prozess soll dem 52 Jahre alten Anwalt gefälschte Unterlagen gegen eine Provision angeboten haben.